Barbara Becker im Interview: "Ich spiele jetzt die Hauptrolle meiner Gegenwart"

Die Kinder ziehen aus und plötzlich verschiebt sich der Lebensmittelpunkt der letzten zwanzig Jahre: Viele Mütter und Väter kennen das Gefühl, das Barbara Becker in ihrem Buch "Mama allein zu Haus" beschreibt. Zwischen Abschiedsschmerz und Empty-Nest-Syndrom verbergen sich aber auch neue Möglichkeiten, sich selbst zur Priorität zu machen. Diese hat die zweifache Mutter genutzt und sie erzählt uns im Interview, wie sie es geschafft hat, wieder die Hauptrolle in ihrem Leben zu spielen.

GALA: Wie hat sich Ihre Mutter-Rolle über die Jahre verändert?

Barbara Becker: Das Gute ist ja, dass die Kinder nicht über Nacht groß werden. Man wird als Mutter langsam herangeführt: Von "das Kind braucht dich komplett" zu "das Kind braucht dich immer weniger". Noah und Elias brauchen mich jetzt für spezielle, besondere Fragen. Und deswegen habe ich mich inzwischen auch daran gewöhnt, dass ich mal mehr und mal weniger gefragt werde. Mittlerweile habe ich mich damit angefreundet, dass sie mich temporär und sporadisch brauchen – manchmal öfter und manchmal eben nicht mehr. Aber die Verbindung bleibt natürlich bestehen.

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Welche neuen Prioritäten haben Sie jetzt gesetzt?

Früher war mein Alltag immer von den Terminen und Ferien der Kinder bestimmt. Heute mache ich meinen eigenen Zeitplan. Ich nehme mir Urlaub, wie es mir passt. Ich kann aber nicht leugnen, dass ich meinen Kindern manchmal auch hinterherreise. Wenn ich mitbekomme, dass die Jungs zwei Wochen an einem Ort sind, dann denk ich mir "Ach, da bin ich auch dabei!". Aber eigentlich versuche ich, meinen eigenen Plan zu machen. Es ist eine ganz neue Geschichte, wenn du dich ganz allein für dich entscheiden kannst. Manchmal klappt das besser und mal hab ich gar keinen Plan! Aber da habe ich zum Glück Freundinnen, die ähnliches mitmachen und mir mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Hat sich Ihre Einstellung zu Ihnen verändert?

Ich habe mich nochmal neu kennengelernt. Es war früher nicht immer gefragt, was ich will, oder wann ich was will. Als Mutter sind der Lebensmittelpunkt immer die Kinder – egal ob du berufstätig bist oder nicht. Auch wenn es oft nicht so wahrgenommen wird: Es dreht sich alles nur um sie. Alles andere ist dann nicht nebensächlich, aber die zweite Geige. Jetzt aber bin ich die Hauptrolle in meiner Gegenwart und Zukunft.

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Sind Sie und Ihre Söhne beste Freunde?

Also wir sind nicht befreundet, muss ich sagen, sondern wir lieben uns. Wir sind zwar auf Augenhöhe, aber ich wollte nie, dass ich die Freundin der Kinder werde. Wir haben eine ganz enge Beziehung und mir wird auch immer viel erzählt. Aber wir haben wirklich eine Mutter-Sohn-Beziehung, die ich auch intensiv pflege.

Wie erreicht man ein so gutes Mutter-Sohn-Verhältnis? 

Gerade in schwierigen Zeiten, wie der Pubertät, würde ich den Rat geben, viel gemeinsam zu unternehmen. Also eine Art Ritual zusammen zu schaffen, wie ein Hobby. Wir haben zum Beispiel angefangen, gemeinsam zu meditieren. Es ist wichtig, immer einen Berührungspunkt im Leben zu haben. Ganz entscheidend ist es auch, nach einem Streit wieder eine Verbindung zueinander zu schaffen. Also, dass man, auch wenn's mal kracht, am gleichen oder am nächsten Tag wieder zusammenfindet. 

Barbara Becker ist jetzt noch eine Woche hier in Deutschland, um Events und ihre Mutter zu besuchen. Sobald es hier aber kälter wird, zieht es sie wieder zurück in die warme Heimat, nach Florida. "Ich bin einfach ein Sonnenkind!" 

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