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Internationale Stars wie Rihanna und Taylor Swift liebenihre Entwürfe. Star-Designerin Marina Hoermanseder über ihre neuesteKooperation, modischen Zeitgeist und echte Herzensangelegenheiten.

Im Interview verrät die französisch-österreichischeDesignerin Marina Hoermanseder, warum sie für Rado eine Uhr kreiert hat. WiesoMeghan Markle unbedingt einmal ein Schnallen-Outfit der Wahl-Berlinerin tragensollte und warum die Suche nach ihrem Hund eine Herzensangelegenheit ist.

Die Kooperation mit einer Uhrenmarke ist irgendwienaheliegend: Leder, Schnallen, Präzision – das sind auch die Zutaten Ihrermodischen Kreationen. Was hat Sie an der Kooperation mit Rado gereizt? Ich wollte schon sehr lange eine Uhrenkooperation machen,denn das Ganze ist aufgrund der Parallelen zu meiner Arbeit wirklichprädestiniert. Es war aber von vornherein klar, dass ich das nur mit einemtraditionsreichen Schweizer Uhrenhersteller durchführen würde. Deswegen istRado der perfekte Partner dafür. Es sollte etwas dahinterstecken: das Handwerk,die Präzision. Rado war der erste Partner von allen, mit denen ich jemalszusammengearbeitet habe, der diese Millimeter-Marina in mir verstanden hat,weil diese fitzelige Arbeit mit Arbeitsabläufen bis ins kleinste Detail auchderen tägliches Brot sind. Das Team von Rado hat mich da einfach verstanden unddeswegen war das ein Match „Made in Heaven“.

Hatten Sie bei der Uhrengestaltung völlige Freiheit odergab es Vorgaben? Wir habengemeinsam entschieden, dass wir mit der Captain Cook arbeiten. Form und Größedes Zeitmessers waren daher festgelegt, aber ich konnte die Farben entscheidenund die Bänder. Wir haben herumprobiert, ganz viele Zeichnungen angefertigt undunzählige Farb- und Bandvarianten ausprobiert – etwa mit einfach- unddoppeltgewickelten Straps. Auch die roségoldenen Elemente der Uhr sind genau imFarbton meiner Schnallen gehalten. Insgesamt hatten wir einen recht großenGestaltungsspielraum. 

Tragen Sie selbst eine Uhr oder schauen Sie lieber aufdas Smartphone, um die Zeit zu erfahren?Tatsächlich bin ich – aber das liegt vielleicht auch am Mutterdasein, das einenoft auf dem Boden oder Teppich sitzen lässt – zu einer sogenannten„Ofen-Schauerin“ geworden, d.h. ich hatte wirklich verlernt, auf der Armbanduhrdie Zeit abzulesen, sondern habe intuitiv zuerst auf die Uhr am Küchenofengeschaut. Durch diese Kooperation und weil mir der Zeitmesser auch so gutgefällt, habe ich ihn als Accessoire wiederentdeckt und sehe jetzt automatischauf mein Handgelenk, wenn ich die Zeit wissen will.

Wie wichtig ist Schmuck für Sie? Sie designen zu IhrerMode auch passende Accessoires wie Schnallenarmbänder. Wie würde eine typischeHaute Joaillerie Hoermanseder-Kreation aussehen?Wahrscheinlich wäre es ein Choker, komplett aus Diamanten gefertigt, mit einerSchnalle vorne dran – auffallend und plakativ, so wie die Hip-Hopper ihntragen. Schmuck hat für mich einen sehr hohen Stellenwert. Gleichzeitig sindaber nicht die Marke oder der Preis von Bedeutung: Ich bin tatsächlich jemand,für den der Schmuck einen wahnsinnig ideellen Wert hat, d.h. von welcher Personer ist – da spielt es keine Rolle, ob es sich nur um eine selbst aufgefädelteKette aus Plastikperlen handelt. Wenn sie für mich eine Bedeutung hat, würde ichsie jedem hochkarätigen Haute Joaillerie-Stück vorziehen.

Was war das schönste Schmuckstück, das Sie je geschenktbekommen haben? Ein rosaHerz-Ring, den ich von meinem Freund zur Geburt von Lotti geschenkt bekommenhabe. Das ist wohl das bedeutungsvollste Schmuckstück in meinem Leben. Außerdemhabe ich aus meinem verstorbenen Hund Peanut einen Diamanten fertigen lassen –aus ihrer Asche – und dieser wird gerade in eine Kette sowie einen Ringeingearbeitet. Auch diese beiden Schmuckstücke haben für mich eine besondereBedeutung.

Rihanna und Lady Gaga haben schon Ihre Kreationengetragen. An welchem Star würden Sie gerne einmal Ihre Schnallen auf dem rotenTeppich sehen? Ich bin ein riesengroßer MeghanMarkle-Fan. Für sie würden wir auch einen ganz klassischen Look entwerfen –etwa ein cooles Kleid. Das Spannende daran ist, dass es nicht ein abgehobenesBühnenoutfit wäre, sondern ein richtig schicker, edler Style.

„Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über seinLeben verloren.“ Der legendäre Spruch von Karl Lagerfeld hat seit Corona einenneuen Bezugsrahmen bekommen. Wie haben die letzten Monate Ihre Entwürfe, IhreArbeiten beeinflusst? Wirhaben tatsächlich Sweat-Mode sowie Loungewear entwickelt, weil es der Marktverlangt hat. Gleichzeitig hat sich aber auch die Vision von meiner Modedahingehend verändert, dass mein Moodboard für die nächste Kollektion nuntatsächlich „Wie 2020 meine Welt verändert hat“ heißt. Ich habe das Gefühl, undes ist auch eine Art Mission für uns Designer, dass in der Zeit nach derPandemie nun alles wieder erlaubt ist, das heißt wir dürfen Dinge miteinanderkombinieren, die früher nicht kombinierbar waren. Es geht auch um einLebensgefühl: Wir müssen das Auge und die Seele mit der Inspiration nähren, dieuns die letzten zwei Jahre so gefehlt hat – auch wenn das jetzt alles etwasgeballt ist. Die nächste Kollektion wird wahrscheinlich ein kompletter Overkillmit Glitzer, Leder, Farben – aber wann, wenn nicht jetzt. Lange war es düsterund jetzt lautet die Devise: „More is more and less is shit!“ 

Was bedeutet Zeit für Sie? Hat sich Ihr persönlichesZeitgefüge verändert, seit Sie Mutter geworden sind? Ichmuss mir meine Zeit besser einteilen, weil ich jetzt zusätzlich zu meinem BerufRücksicht auf den Tagesablauf eines anderen Menschen nehmen muss – meinerTochter. Zeit ist dadurch viel wertvoller geworden. Ich schaue daher definitivwieder öfter auf die Uhr, denn die Zeit läuft: früher war es egal, wie langeich im Büro war, wann ich aufstehe, ob ich ausgehe.

Was fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie an Vorarlbergdenken? Waren Sie schon mal dort oder gibt es eine Verbindung? Ich war mein Leben lang in Lech Skifahren – das ist fürmich Vorarlberg. Ich habe dort die Semesterferien verbracht. Daher assoziiereich das westlichste Bundesland Österreichs vor allem mit Schnee, Skifahren,Raclette essen und netten Menschen.

Gibt es ein Herzensprojekt, das Sie uns noch verratenmöchten? Jedes meiner Projekte ist tatsächlichein Herzensprojekt, beispielsweise haben wir ein neues Label gelauncht – daserfordert viel Energie und Zeit. Die Fashion Week kann hoffentlich auch imkommenden Frühjahr wieder stattfinden. Derzeit bin ich aber vor allem damitbeschäftigt, meinen Hund wieder zu finden, der mir in Berlin verloren gegangenist. Er ist auf der Hundewiese entführt worden. Auch mein Team ist mit diesemThema derzeit beschäftigt, weil wir überall Flugzettel aufhängen. MeinHerzensprojekt in den nächsten Wochen ist, diesen Hund wiederzufinden.

Vielen Dank für das Interview!

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