Ex-Ski-Star Maria Höfl-Riesch: Ihm hat sie die "Traumschiff"-Rolle zu verdanken

Ski-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch heuert in der nächsten Folge auf dem „Traumschiff“ an. Dieses Mal geht es nicht wie üblich ins Warme, sondern in den Schnee nach Lappland – genau das Element der 37-Jährigen. Im Interview mit unserer Redaktion verrät sie, welchem langjährigen Freund sie die Rolle zu verdanken hat. Außerdem spricht sie darüber, warum ausgerechnet dieser Drehort für sie so besonders war und plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen des „Traumschiff“-Drehalltags.

Frau Höfl-Riesch, wie kam es dazu, dass Sie beim „Traumschiff“ mitspielen?

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Maria Höfl-Riesch: Ich kenne Florian Silbereisen schon lange, ungefähr seit sieben Jahren. Wir beide haben mal über das „Traumschiff“ gesprochen und außerdem habe ich eine gewisse Affinität zu Kreuzfahrten beziehungsweise Schiffen, da ich auf der „MS Europa 2“ seit vielen Jahren arbeite und reise. Mich hat das schon immer interessiert, wie auf einem Schiff gedreht wird. Florian hat dieses Interesse in der Redaktion mal hinterlegt und irgendwann kamen sie dann auf mich zu.

Und wie haben Sie reagiert?

Ich war erst ein bisschen enttäuscht, weil sie gesagt haben, dass nicht auf dem Schiff gedreht wird. Es wurde nur ein Außendreh angekündigt. Das Schiff war also zu der Zeit gar nicht da.

Wo war es dann?

Ich weiß gar nicht, wo die eigentlichen Schiffsszenen für diese Folge gedreht wurden. Meine Freundin Victoria Swarovski hat mir erzählt, dass sie bei ihrem Traumschiffdreh die Schiffszenen irgendwo in Deutschland gedreht haben. In den jeweiligen Destinationen finden nur die Außendrehs statt. Sie selbst war in der Folge auf den Malediven dabei. Da war das auch so, dass der meiste Teil dort gedreht wurde, wo das Schiff lag: in Deutschland, wo es kalt ist.

Und wo war Ihr Außendreh?

Wir haben in Levi in Finnland gedreht. Das ist ein Ski-Weltcup-Ort, wo ich viele Jahre zum Skirennen war und große Erfolge feiern konnte: Ich habe dort drei oder vier Mal gewonnen und oft auf dem Podium gestanden.

Sozusagen ein Heimspiel für Sie …

Es kamen viele positiven Erinnerungen von der Piste hoch. Nach der langen Zeit, jetzt acht Jahre später, dorthin zurückzukehren, war spannend – und auch witzig. Es schaut alles noch genauso aus wie damals. Levi liegt weit im Norden von Finnland. Es ist ein kleines, verschlafenes Örtchen, das eine totale Romantik hat.

Höfl-Riesch: Das war nicht so einfach beim „Traumschiff“-Dreh

Sie spielen eine Frau, die Hundeschlitten lenkt. Das macht man auch nicht alle Tage. Ist das schwer? Wie viel Training brauchten Sie?

Das ging eigentlich. Es war ein einheimisches Pärchen, die Besitzer einer Hundeschlitten-Farm, vor Ort, die die Hunde gut im Griff hatten. Die haben mir gezeigt, wie ich die Hunde anpacken muss. Am Anfang hatte ich schon ein bisschen Respekt vor den Huskys, weil die ziemlich kläffen und mit ihren blauen Augen schon ein bisschen angsteinflößend ausschauen. Ich musste mich erst mal ein bisschen daran gewöhnen, dass ich sie so richtig an dem Geschirr anpacken und wie ich die Leinen einhängen muss. Wenn man das ein paar Mal macht, dann kriegt man auch Vertrauen und merkt, dass sie wirklich lieb sind und nichts tun.

Gab es weitere Situationen während des Drehs, in die Sie sich erstmal einfinden mussten?

Ich musste einen Ski-Doo fahren, eine Art Schneemobil. Das ist nicht ganz ohne: Ich musste ordentlich Gas geben, enge Kurven fahren, und dann saß noch Florian [Silbereisen, Anm. d. Red.] mit hinten drauf. Da brauchte ich auch erst eine Einweisung, wie man damit fährt. Bei jeder Runde bin ich ein bisschen schneller geworden.

Wie ist es, mit Florian Silbereisen zu drehen?

Nett und easy. Er ist totaler Voll-Profi, das merkt man: super professionell und konzentriert. Es macht Spaß, mit ihm zu drehen.

Auf Florian Silbereisen hat sich der Ex-Ski-Star besonders gefreut

Wie haben Sie sich auf den Dreh vorbereitet?

Ich habe schon vor vielen, vielen Jahren bei „Marienhof“ und „Sturm der Liebe“ mitgespielt. Zu der Zeit war ich noch ein richtiger Soap-Fan. Das sind aber alles kleine Gastrollen gewesen, da muss man sich nicht groß vorbereiten. Ich habe immer wieder die Kritik gegen Leute gelesen, die gar nicht aus dem Schauspiel kommen, aber trotzdem mit Nebenrollen besetzt werden. Aber diese Rollen sind so klein und mit so wenig Text, ich sehe da eigentlich keine Probleme. Es gibt immer welche, die sich über irgendwas aufregen. Man kann es nie allen recht machen. Ich finde, dass es eine willkommene Abwechslung für die Fans ist. Und mir hat es einfach nur Spaß gemacht.

Haben Sie vorher auch ein paar Folgen „Traumschiff“ angeschaut?

Wenn ich Zeit habe, dann schaue ich das eigentlich ganz gerne. Vor allem, wenn jemand in Gastrollen mitgespielt hat, den ich kenne – wie Victoria Swarovski oder Roman Weidenfeller. Aber es ist jetzt nicht so, dass ich sage: Ich darf keine Folge verpassen.

Haben Sie sich dennoch speziell auf einen Charakter oder Schauspieler gefreut?

Ich wusste vorher nicht so richtig, wer dabei ist. Es waren eigentlich nur die zwei Szenen mit Florian. Er war der einzige, den ich wirklich kannte. Auf ihn habe ich mich ganz besonders gefreut, weil ich ihn schon lange nicht mehr gesehen hatte. Das letzte Mal haben wir vor Corona gemeinsam Silvester gefeiert, weil er damals zufällig und spontan nach Kitzbühel kam und wir einige gemeinsame Freunde haben.

Machen Sie regelmäßig etwas zusammen?

Regelmäßig noch nie. Das ergibt sich immer irgendwie. Wir waren zum Beispiel schon in Monaco bei der Formel 1 oder auf Geburtstagspartys von gemeinsamen Freunden. Es sind nicht nur öffentliche Events, sondern auch private – wie die Silvesterparty damals.

Highlight war Rückkehr nach acht Jahren nach Levi

Was war Ihr größtes Highlight bei dem Filmdreh?

Insgesamt bin ich nur bei zwei kleineren Szenen dabei: einmal beim Ski-Doo gefahren und das andere Mal mit dem Hundeschlitten. Beides hat Spaß gemacht, da kann ich kein Highlight rauspicken. Das Highlight bei der ganzen Reise war eigentlich, nach acht Jahren wieder nach Levi zu kommen.

Nur zwei kleine Szenen. Das heißt, Sie waren gar nicht lange in Finnland?

Es war ein kurzer Trip, nur zwei Übernachtungen. Ich bin abends angekommen, am nächsten Tag wurde gedreht und am übernächsten Tag bin ich ganz früh wieder los. Am letzten Abend hatten wir aber noch ein nettes Abendessen in großer Runde, wo alle – auch die, die an dem Tag nicht gedreht haben, zum Beispiel Barbara Wussow – dabei waren. Insgesamt war das eine nette Truppe.

Gab es auch ein Highlight im negativen Sinn?

Ich musste einen Satz auf Finnisch sagen. Das war zwar kein ewig langer Satz, aber ich kann die Sprache nicht und ich wollte trotzdem alles unbedingt richtig betonen. Ich musste den dann auch noch sehr oft sagen, weil die Szene aus verschiedenen Einstellungen immer wieder wiederholt werden musste. Das war schon ein bisschen herausfordernd.

Und es war eine ganz schöne Challenge, weil es ziemlich kalt war. Der Dreh war Anfang März, da hatten wir mit ungefähr minus sechs Grad eigentlich noch Glück. Ich bin in Levi schon bei minus 35 Grad Skirennen gefahren. Das wäre dann tatsächlich sehr ungemütlich gewesen, zumal man bei dem Dreh viele Stunden draußen war und viel auch nur rumstand, bis alle Einstellungen und Lichter passten. Es gab auch keine Möglichkeit, sich aufzuwärmen, weil wir mitten in der Pampa waren.

Höfl-Riesch: Karriereende „habe ich nie bereut“

Vor rund acht Jahren haben Sie Ihre Ski-Karriere beendet. Was vermissen Sie am meisten aus der Zeit?

Ich vermisse eigentlich gar nichts. Das war eine wunderschöne Zeit. Ich hatte megacoole Erlebnisse und tolle Erfolge, wo ich sehr stolz und froh darüber bin. Aber es war auch kein Zuckerschlecken und immer mit viel Druck und Stress verbunden. Außerdem war ich öfter schlimm verletzt und es gab auch viele Rückschläge und Niederlagen. Man fühlt sich da viele Jahre wie in einer Art Hamsterrad, in dem man ständig unter Leistungsdruck steht. Dabei gibt es nie die Garantie oder Gewissheit, dass es so erfolgreich weitergeht. Es kann jeden Tag irgendetwas passieren oder man kann sich wieder verletzen. Deswegen war die Entscheidung für das Karriereende auf jeden Fall richtig, auch wenn es einigen ein bisschen früh erschienen ist, mit 29 Jahren aufzuhören. Das habe ich nie bereut. Ich denke nicht mit Wehmut an diese Zeit zurück, sondern mit Stolz und schönen Erinnerungen. Und das ist eigentlich das Wichtigste: dass man das Gefühl hat, alles richtig gemacht zu haben.

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