„Für mich war es ein Traumjob“

Nach 21 Jahren als Gemeindesekretärin gehtJudith Kabasser mit 1. November in Pension.

Wer in Viktorsberg lebt, kennt sie –Judith Kabasser, die gute Seele im Gemeindeamt. Die langjährige Gemeindesekretärinkennt nicht nur alle Viktorsberger persönlich, sondern kennt sich auch in allenBereichen der Gemeindeverwaltung bestens aus. Im VN-Interview blickt dieBald-Pensionistin noch einmal zurück.

Wie lange waren Sie für die Gemeinde Viktorsbergtätig?

Kabasser: Ich bin am 1. Jänner 1999 in denGemeindedienst eingetreten, nachdem ich davor in der Privatwirtschaft tätigwar. Zuerst war ich mit 40 % angestellt, ab 2002 wurde die Anstellung auf 60 %erhöht und ab 2011 stand mir eine Kollegin mit 20% zur Seite.

Wie viele Bürgermeister haben Sie indieser Zeit erlebt?

Kabasser: Zwei. Bürgermeister Jakob Ammannhat mich eingestellt, seit 2005 arbeite ich mit dem jetzigen BürgermeisterPhilibert Ellensohn zusammen. Die Zusammenarbeit mit beiden Bürgermeisternfunktionierte super. Ich kann mich noch gut erinnern, als Philibert Ellensohngewählt wurde. Er kam dann zu mir ins Büro und fragte: ‚Judith, wie schaut’saus? Kannst du mit mir zusammenarbeiten? Sonst kann ich das Amt des Bürgermeistersnicht annehmen‛.

Als Gemeindesekretärin einer so kleinenGemeinde muss man sich in vielen Bereichen auskennen – wie herausfordernd istder Job?

Kabasser: Die Arbeit ist sehr vielseitigund abwechslungsreich, ich war sozusagen das ‚Mädchen für Alles‘. Ich denke, esist wichtig, dass man sich mit der eigenen Gemeinde identifiziert. Für mich wares ein Vorteil, dass ich in Viktorsberg aufgewachsen bin und vom Baby bis zumSenior wirklich jeden kenne.

In den letzten Jahren sind dieAnforderungen an die Gemeindeverwaltung stark gestiegen. Ich finde es dahersinnvoll, dass Viktorsberg im Jänner 2020 der Finanzverwaltung Vorderlandbeigetreten ist.

Im Kontakt mit den Bürgern haben Sie vielerlebt – gibt es eine Anekdote, die Ihnen besonders in Erinnerung gebliebenist?

Kabasser: Ich erinnere mich, dass amAnfang oft ältere Menschen zu uns ins Büro gekommen sind, um ihrePensionsanträge oder sonstige Formulare auszufüllen. Auch bei behördlichenTelefonaten waren wir behilflich. Vor meiner Haustür wartete dann ab und zueine Schachtel Pralinen, das hat mich immer sehr gefreut.

Wenn ich im Dorf oder beim Wandernunterwegs war wurden mir manchmal Sachen zugerufen wie: ‚Judith, kannst du mirbitte am Montag noch das Brennholzlos aufschreiben?‛. Mich hat das nie gestört– im Gegenteil, ich habe das immer sehr gerne gemacht.

Gab es auch spezielle Herausforderungenoder besonders schwierige Zeiten?

Kabasser: Hin und wieder gab es besondereHerausforderungen – wie zum Beispiel die Umsetzung der VRV (Voranschlags- undRechnungsabschlussverordnung) vor zwei Jahren. Das gesamte Gemeindevermögenmusste neu bewertet werden, was sehr viel Zeit in Anspruch nahm. Hier war mirder Bürgermeister eine große Hilfe, da er sich in der Gemeinde sehr gut auskennt.Wertvolle Unterstützung gab es auch immer seitens der Verbände, wie demGemeindeverband oder der Gemeindeinformatik.

Was werden Sie vermissen?

Kabasser: Vermissen werde ich sicher denArbeitsalltag, da ich meine Arbeit wahnsinnig gern gemacht habe. Auch dieTreffen mit Kollegen und Kolleginnen anderer Gemeinden werden mir abgehen.

Dennoch bin ich sicher, dass ich in keinPensionsloch falle. Ich habe viele Hobbies wie Wandern oder Reisen und möchtemir auf jeden Fall ein E-Bike zulegen. Außerdem bin ich seit 25 Jahren Mitgliedbei der Singgemeinschaft Viktorsberg. Besonders freue ich mich auf die Zeit mitmeinem kleinen Enkelsohn und hoffe, dass ich gesund bleibe.

Werden Sie sich in der Gemeindevertretungweiterhin für Viktorsberg engagieren?

Kabasser: Ich habe mich entschieden, dassich nach 22 Jahren in der Gemeindevertretung kein Amt mehr annehme. MeinePrioritäten sind jetzt andere.

Was wünschen Sie Ihrer NachfolgerinMartina Burger?

Kabasser: Ich wünsche ihr alles Gute unddass sie dieselbe Freude an der Arbeit empfindet wie ich. Für mich war dieArbeit in der Gemeinde ein Traumjob und ich habe die Entscheidung keineneinzigen Tag bereut. Selbstverständlich werde ich meine Nachfolgerin bei Bedarfauch nach dem 1. November noch unterstützen.

Quelle: Lesen Sie Vollen Artikel