Halber Körper amputiert: So lebt Loren (19) nach seinem Horrorunfall

Horrorunfall konnte junge Liebe nicht zerstören

Dieser Horrorunfall änderte Loren Schauers’ Leben komplett – nachdem er es fast beendet hätte: Als der junge Mann im September 2019 unter einem Gabelstapler begraben wird, sehen die Ärzte nur noch eine Chance für den jungen Mann: Die Amputation seiner kompletten unteren Körperhälfte. Mit unbändigem Willen kämpft Loren sich zurück ins Leben. Seine Freundin Sabia (21) weicht ihm dabei nicht von der Seite.

RTL hat das junge Paar nun besucht: In ihrer ersten gemeinsamen Wohnung erzählen uns die beiden, was sie zusammenhält und welche Wünsche sie für die Zukunft haben. Wie stark die Liebe der beiden ist, sehen Sie im Video.

„Willst du leben oder willst du sterben?“

Dass Loren den Großteil seines Körpers verlieren würde, war ihm zum Zeitpunkt seines Unfalls noch nicht bewusst: “Ich rechnete damit, erstmal im Rollstuhl zu sitzen, für ein paar Monate mindestens.”

Doch er wird nicht nur nie mehr laufen können: Für sein Überleben müssen ihm ein Arm sowie Beine und Becken amputiert werden. “Die Frage war buchstäblich: ‘Willst du leben oder willst du sterben?'”, beschreibt Loren den unfassbaren Moment, als die Ärzte seine Chancen mit ihm besprachen.

Er hätte sich auch gegen die OP entscheiden können, doch “Loren hat keine Sekunde gezögert”, sagt Sabia über seinen Schritt, die Amputation durchführen zu lassen. “Ich habe mich dazu entschieden weiterzumachen, in diesem Leben”, sagt Loren und schaut dabei seine Freundin an. Obwohl seinen Überlebenschancen von den Ärzten als gering eingeschätzt wurden, erholte sich Loren wesentlich schneller als erwartet und durfte bereits nach wenigen Wochen wieder nach Hause.

Vom Bollerwagen bis zum Fahrradanhänger: So bewegt sich Loren jetzt fort

Hier ist Loren sehr geübt darin, Dinge, für die man sonst beide Hände nutzt, mit nur einer zu erledigen. Auch die Kraft, die er aus seinem linken Arm schöpft, ist bemerkenswert. Er möchte in Form bleiben und integriert Kraft- und Dehnübungen in seine täglichen Abläufe.

Auf Sabias Hilfe ist er aber angewiesen, um aufzusitzen oder sich innerhalb der Wohnung zu bewegen. Außerhalb der Wohnung ist er in seinem Rollstuhl, den er steuern kann, mobil und unabhängiger. Gemeinsamen Ausflügen steht so gut wie nichts im Weg, denn die beiden sind sehr einfallsreich, wenn es um den Transport von Loren geht. Sei es im sportlichen Fahrradanhänger oder im Bollerwagen: Loren und Sabia beschreiten ihren Weg weiterhin gemeinsam.

"Veränderung ist im Leben unvermeidlich"

So wie Sabia Loren nun körperlich unterstützt, sind die beiden einander auch seelisch zu stabilen Säulen geworden. “Es gibt definitiv Momente, in denen mich alles wie ein Schlag trifft”, erzählt Sabia. Dann ist es Loren, der ihr Kraft gibt: “Wenn es einem von uns richtig schlecht geht, dann erinnert der andere ihn daran, was wir in der Zukunft noch alles haben werden. Denn wir haben ja noch eine gemeinsame Zukunft, ein gemeinsames Leben”, erklärt die junge Frau RTL im Interview.

Loren selbst scheint nicht der Typ Mensch zu sein, der sich fragt, warum das alles passieren musste: “Veränderung ist im Leben unvermeidlich. Solange du damit zufrieden bist und es geschehen lässt: Wenn du gute Schwingungen in die Welt hinausschickst, kriegst du das zehnfach zurück”, so die beeindruckende Einstellung des 19-Jährigen.

Hoffnung treibt die beiden an

Um sich den Alltag weiterhin zu erleichtern und ein Stück Lebensqualität zurückzugewinnen, sammeln die beiden derzeit über eine “Gofundme”-Seite Spenden für eine Armprothese. Mittlerweile haben sie schon 1.000 von den benötigten 10.000 Dollar sammeln können.

Auch wenn Loren überlebte: Sorgenfrei ist er nicht. “Meine größte Angst ist nun, viel früher als sie zu sterben”, sagt er mit Tränen in den Augen. Die Lebenserwartung nach Amputationen dieser Art, einer sogenannten Hemikorporektomie, liegt zwischen 11 und 15 Jahren, wie Fallstudien zeigen. “Der Rekordhalter lebte noch 25 Jahre danach”, sagt Sabia.

Das Paar gibt nicht auf: Loren und Sabia setzen ihre Hoffnung auf den technisch-medizinischen Fortschritt. Sie träumen davon, dass es irgendwann eine Prothese geben wird, dank der Loren wieder an der Seite seiner geliebten Partnerin laufen kann, statt im Rollstuhl neben ihr herzufahren. “Deine Hand in meiner zu halten, statt dass du den Joystick hältst, das wäre schön”, sagt Sabia lächelnd zu ihrem Freund.


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