Hochwasser-Katastrophe: Wie kann ich sicher sein, dass mein Trinkwasser in Ordnung ist?

Sauberes Wasser ist lebensnotwendig

Wasser ist der Grundstoff des Lebens. Wie beim Klimawandel gilt: Zu wenig Wasser ist schlecht und zu viel Wasser ebenso. Doch für den Menschen gilt ebenso: Das Wasser muss sauber sein, denn sonst macht es krank. In den vom Starkregen und Hochwasser betroffenen Krisengebieten gibt es nun teilweise Warnungen und Gebote, das Trinkwasser aus dem Wasserhahn vorher abzukochen. Woran kann ich eine Verunreinigung bemerken? Welche Bakterien könnten im Wasser sein? Martin Weyand vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erklärt, was Sie jetzt beachten sollten.

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In Extremsituationen kann es zur Verunreinigung kommen

“Trinkwasser unterliegt durch die Trinkwasserverordnung immer sehr hohen Qualitätsanforderungen”, betont Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser und Abwasser im BDEW. “Und das wird von den Wasserwerken in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern vor Ort stets gewährleistet.” Wenn festgestellt werde, dass bestimmte Parameter überschritten sind, dann werde der Wasserversorger zusammen mit den Gesundheitsämtern über diese Überschreitung informieren und, solange diese Eintragung durch Chlorung, Spülung oder andere Maßnahmen nicht beseitigt werden konnte, ein Abkoch-Gebot erteilen. “Trinkwasser ist ein Naturprodukt, es wird in der Regel durch Brunnen aus dem Grundwasser gewonnen, in Extremsituationen kann es eben auch einmal passieren, dass in einem Brunnen ein Eintrag erfolgt.”

Bei Unsicherheit den Wasserversorger kontaktieren

Wenn ich nicht in der unmittelbaren Nähe des Hochwassers liege: Wie kann ich sicher sein, dass mein Wasser nicht verunreinigt ist? “Wasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland”, erklärt und Weyand, “wenn ein Parameter überschritten wurde, kommt der Wasserversorger unaufgefordert auf die Bevölkerung zu.” Gleichzeitung würden dann eben auch andere Maßnahmen wie Chlorung oder Spülung mitgeteilt. Wer sich aber trotzdem unsicher sei, ob das eigene Wasser betroffen ist, sollte sich in der lokalen Presse, beim Gesundheitsamt oder beim lokalen Wasserwerk selbst informieren, so Weyand. Denn selbst könne der Endverbraucher eine Verunreinigung nämlich nicht erkennen, so der Experte.

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Was kann im schlimmsten Falle passieren?

Welche Bakterien können denn dann im Trinkwasser sein? “Zum Beispiel die Escherichia-coli-Bakterien, die tatsächlich durch Starkregen, Hochwasser und Überschwemmungen ins Grundwasser eingetragen werden können”, so Weyand. “Diese Einträge entfallen in der Regel nach dem Ende der Starkregen-Ereignisse.” Wenn ich bereits verunreinigtes Wasser getrunken habe, was kann dann im schlimmsten Fall passieren? “Das Schlimmste, was passieren kann, ist eine Durchfall-Erkrankung”, sagt uns der Experte, “aber das wollen wir eben vermeiden.”

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Drei Minuten langes Abkochen reicht

Was kann ich tun – reicht Abkochen aus, auch für Kinder? “Drei Minuten lang abkochen und dann natürlich abkühlen lassen, reicht für den Verzehr völlig aus, für Erwachsene und auch für Kinder”, so Weyand. Auch wenn das Wasser gechlort sei, sei es unbedenklich zum Verzehr. Maßnahmen wie Chloren oder Behandlung mit UV-Licht seien aber immer nur temporär – bis der betreffende Wert wieder unterschritten werde. “Für das Duschen und die Klospülung und andere Verwendungen ist das Wasser aber auch ohne Abkochen bedenkenlos benutzbar”, so der Trinkwasser-Experte.

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Kann das gesamte Trinkwasser durch eine Flut-Katastrophe verunreinigt werden? “Nein, denn wir haben in Deutschland zu 70 Prozent eine dezentrale Versorgung über Grundwasser-Brunnen, ansonsten Talsperren-Versorgung. In der Regel gibt es deswegen eben immer nur brunnenbezogene Belastungen”, so Weyand, “ein Eintrag in Bad Neuenahr wird nicht zu einem Eintrag in Bonn beitragen.” (ija)

Hier können Sie Hochwasser-Opfern helfen!

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