Interims-Gasteig: Namen, Zahlen und 34 Euro für die Gewinner

München – Fast 1.900 Namensvorschläge für das Ausweichquartier des Gasteigs am Flaucher waren bis 17. Februar beim Kulturreferat eingegangen. 

5.000 Euro ausgelobt: 34 Euro bleiben für die Gewinner

Allein das schon beweist, dass es den Münchnerinnen und Münchnern nicht wurscht ist, wie das neue Kulturzentrum heißt, das ab Herbst die Ersatzphilharmonie, große Teile der Stadtbibliothek und der Volkshochschule sowie Räume für die Hochschule für Musik und Theater beherbergen wird.

Über zweieinhalb Monate brütete dann eine Jury, der der Gasteig, die Stadtwerke als Grundstückseigner und eine Auswahlkommission des Kulturreferats mit Bezirksausschussmitgliedern und Stadträten angehörte, über den neuen Namen. 5.000 Euro waren ausgelobt, von denen die Gewinner jetzt gut 34 Euro bekommen. Denn wie beim Lottospiel: Wenn zu viele die richtige Kombination haben, gibt’s weniger.

Weil das wenig ist, können Gewinner auch eine wertvollere und kulturelle Alternative wählen: eine Konzerteinladung zu den Münchner Philharmonikern im Wert von 80 Euro, einen Volkshochschulgutschein für 25 Euro und eine Jahreskarte der Stadtbibliothek (20 Euro) – und eine Vorab-Führung durch das Gelände, sobald es die Pandemie zulässt.

Stadtrat bevorzugte zunächst einen anderen Namen

Das soll ab jetzt “Gasteig HP8” heißen, was anscheinend den offiziellen Ausschreibungsanforderungen – Gasteigeinbindung, lokal und international verwendbar – entspricht.

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Nur sieben der knapp 1.500 Einreichungen für den Geländenamen hatten das vorgeschlagen, was gegen eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung spricht.

Dazu schreibt Kulturreferent Anton Biebl in seinem Brief an die Gewinner, dass der Stadtrat zunächst auch eine andere Bezeichnung bevorzugt hätte, die allerdings aus lizenzrechtlichen Gründen nicht verwendet werden konnte. Der jetzt gewählte Name leitet sich von der Adresse des Kulturzentrums, Hans-Preißinger-Staße 4-8 ab, einer winzigen Stichstraße am Isarkanal, der hier Großer Stadtbach heißt, in Sendling. 

“Gasteig HP8”: Was jetzt an einer kalten Buchstabenkombination und einer – gefühlt willkürlichen – Zahl charmant und attraktiv sein soll, bleibt schleierhaft. Und den künstlich davor gestellten “Gasteig”-Namen wird auch keiner mitmachen.

Yasuhisa Toyota kümmerte sich in beiden Häusern um die Akustik

Der Neubau des Konzertsaals ist fast fertig. Er steht neben der denkmalgeschützten Trafohalle, die Foyer und zugleich Open Library der Münchner Stadtbibliothek wird.

Für die neue Philharmonie der kommenden Jahre setzte sich naheliegenderweise der Name “Isarphilharmonie” durch. Hierzu schreibt der Kulturreferent: “Hier ist es uns gelungen, mit dem gleichnamigen Verein eine Vereinbarung zur gemeinsamen Verwendung des Namens zu erzielen.”

“Isarphilharmonie” klingt schlüssig: Zum einen liegt der Bau direkt am Flaucher und Großem Stadtbach, zum anderen ist er die ungewohnt bescheidene (40 Millionen Baukosten) Antwort Münchens an der Isar auf die Elbphilharmonie (866 Millionen Euro).

Beide Häuser eint aber, dass sich jeweils der Akustiker Yasuhisa Toyota um den Saalklang gekümmert hat. 138 Bürgerinnen und Bürger hatten “Isarphilharmonie” als Namen vorgeschlagen. 

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