M�nchner Philharmoniker im Gasteig: Unter Gipsk�pfen

Man kann es durchaus als Drohung empfinden, wenn ein Preistr�ger des Warschauer Chopin-Wettbewerbs Mozart spielen will. Der bei den M�nchner Philharmonikern f�r Juja Wang im Gasteig eingesprungene Seong-Jin Cho erwies sich allerdings als angenehme �berraschung: Seine Temposchwankungen blieben nat�rlich, es gab keine sentimentalen Dr�cker und die Romanze des Klavierkonzerts KV 466 spielte der Koreaner geradezu n�chtern.

Mozart als Beitrag zum Beethoven-Jahr

Die Interpretation kam von der Stange: perlende L�ufe und glatte Perfektion ersetzten jedes Risiko und pers�nlichen Zugriff. Valery Gergiev verstand Mozart als Beitrag zum Beethoven-Jahr. Im Vergleich mit den lebendigen Mozart-Symphonien des BR-Symphonieorchesters unter Fran�ois-Xavier Roth in der Vorwoche st�rte die Abwesenheit jeder Form von musikalischem Dialog und rhetorischer Gestaltung. Alles wirkte zombiehaft, routiniert und maximal unlebendig.

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Seong-Jin Chos Zugabe, Franz Schuberts “Impromptu Hongrois”, vermittelte mit dessen Symphonie Nr. 4 als zweiten Punkt des einst�ndigen Programms ohne Pause. Auch �ber die Auff�hrung dieses irref�hrenderweise als “Tragische” bezeichneten Werks gibt es, abgesehen von ein paar elegischen Schattierungen im langsamen Satz, leider nicht viel Positives zu berichten. Im ersten Satz klapperten die �berg�nge. Die elegante und motorische-spritzige Musik kam schwerf�llig, mit topfigem Klang und sehr streicherlastig daher.

F�r Chefdirigent Gergiev ist Mozart ein langweiliger Gipskopf

Gergiev h�lt Schubert wie Mozart f�r einen langweiligen Gipskopf. Erst im Finale redeten pl�tzlich Streicher und Bl�ser miteinander. Als Zugabe folgte noch das Scherzo aus Felix Mendelssohn Bartholdys “Sommernachtstraum” mit zwar sch�nen, im Zusammenspiel aber wackeligen Holzbl�sersoli.

Bis zum Gastspiel in der Elbphilharmonie d�rfte das Programm noch nachreifen. Sicher m�ssen irgendwann Generalproben stattfinden. Aber vor zahlendem Publikum? Leider ist der Chef der Philharmoniker auch kein Experte f�r die Wiener Klassiker. Mozart, Schubert und Mendelssohn w�ren sich wom�glich rasch einig, wenn sie �ber das vom Kremlkritiker Alexej Nawalny vorgeschlagene Einreiseverbot f�r den Dirigenten zu befinden h�tten.

Am 16., 17. und 18. Oktober dirigiert Joana Mallwitz Werke von Tschaikowsky und Schubert, am 25. und 26. Oktober leitet David Afkham ein Programm mit Werken von B. A. Zimmermann, Mahler und Beethoven.
Infos und Karten unter www.mphil.de

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