Nur 9 Einwohner: Familie zieht auf die Hallig Gröde im Wattenmeer – in 260 Jahre altes Haus

Im Video: Das sind die Herausforderungen für Familie Eichstädt

Nick Eichstädt und seine Familie haben alles hinter sich gelassen: Sie sind vom südlichsten Bayern ganz hoch in den Norden auf die Hallig Gröde im Nationalpark Wattenmeer gezogen. Vor eineinhalb Jahren haben die gebürtigen Berliner das Exposé des 260 Jahre alten Hauses im Internet gefunden. Zwei Wochen haben sie überlegt und Nick Eichstädt ist dann zur Besichtigung hochgefahren: “Es hat mich sofort her gezogen, ich wollte mir alles anschauen. Ich wäre am liebsten sofort hergezogen.”

Hallig Gröde hat nur neun Einwohner: "Hier muss man Trecker fahren können!"

Mit nur neun Einwohnern ist Hallig Gröde eine der kleinsten Gemeinden in Deutschland. Gerade einmal sechs Nachbarn haben die Eichstädts hier. Das Haus stand zwei Jahre leer. Dass sich neue Nachbarn gefunden haben, freut Bürgermeister Jürgen Kolk. Er sieht ab und an nach dem Paar.

Der Zusammenhalt ist wichtig auf einer Hallig, sagt er: “Es ist sicherlich ein besonderer Wohnort, das muss man wissen. Hier muss man Trecker fahren können, hier muss man mit Wind und Wetter klarkommen, egal wie schön oder furchtbar. Die Extreme sind hier ausgeprägter. Das muss man wissen und manchmal auch den ein oder anderen Tipp kriegen.” Denn Feuerwehr und Rettungssanitäter sind weit entfernt.

" Wir müssen hier drei Monate vorplanen!"

Ihren Job haben sie aufgegeben. Ganz so heftig, wie man denkt, war die Umstellung für die Familie aber nicht, sagt Kerstin Eichstädt, denn sie hat schon vor dem Umzug in einem abgelegenen Ort in Bayern gelebt.

“Wir haben das Glück gehabt, das schon gewöhnt zu sein, wir müssen hier drei Monate vorplanen, aber das klappt. Wenn mal Schokolade fehlt, dann fehlt sie halt. Verhungert sind wir hier noch nicht.” Kerstin hat inzwischen einen Job als Frühstückskraft in einem Hotel auf dem Festland gefunden und pendelt daher oft.

Ihr Haus soll zum Museum werden

Ihre drei Söhne sind an Land geblieben, der Jüngste ist 16 Jahre alt und geht in Bredstedt zur Schule. Ihr Häuschen wollen die Eichstädts irgendwann als Museum für Touristen öffnen. Aber immer mit der Ruhe, denn das größte Geschenk, was sie hier bekommen haben, ist Zeit für sich selbst und die Natur – ohne Stress und Hektik.


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