Till Hofmann zieht in die Seidl-Villa

Till Hofmann kann weder sein Lustspielhaus noch die Lach- & Schieß öffnen und zieht mit den Künstlern in den Garten der Seidl-Villa

Till Hofmann schwärmt von einer „Traumlösung“. Zwischen 1. und 28. September wird seine Lach- und Schießgesellschaft, die für eine Bespielung unter Bedingungen der Pandemie zu klein und deshalb seit Mitte März geschlossen ist, in den Garten der nicht weit entfernten Seidl-Villa umziehen. Sven Kemmler, der Regisseur des soeben neu formierten Hausensembles, blinzelt bei einer Pressepräsentation der Veranstaltungsreihe ins satte Grün am Nikolaiplatz und ulkt: „Gefühlt sieht das hier aus wie in der Lach- und Schießgesellschaft“.

Kemmler und die neue Lach-und-Schieß-Truppe aus Christl Sittenauer, Sebastian Fritz und Frank Klötgen bilden auch den Rahmen der meistens bereits um 19 Uhr beginnenden Vorstellungen. Sie servieren Häppchen aus der entstehenden Show „Aufgestaut“, deren Premiere zur Zeit für den Oktober geplant ist, als Vorprogramme, sofern sie nicht selbst die Hauptacts mit „Einblicken in Auszügen“ sind (4. und 28.). Ohne Support eröffnet am 1. Thomas Maurer, gefolgt von Werner Koczwara am 2.

Bunte Abende

Sven Kemmler selbst feiert am 11. die Premiere seines taufrischen Programms „Heimreisen“, das gleichfalls Ergebnis der Corona-Seuche ist. Ursprünglich wollte er nach den hochkomischen Berichten über seine Aufenthalte in Schottland und China über eine Italien-Reise schreiben. Einen sehr originellen Mix versprechen bunte Abende, bei denen Ludwig Müller, Stefan Noelle und Michael Mittermeier (5., Beginn schon um 18 Uhr) oder Luise Kinseher, Nils Heinrich und Maxi Pongratz (17.) aufeinander treffen werden.

Mit dem Motto „Cabaret-Soiréen im Garten der Seidl-Villa“ wollen die Lacher und Schießer an den von Künstlern und Literaten genährten Bohème-Geist Schwabings erinnern, als das 1905 erbaute Jugendstil-Schlösschen noch neu war. Rund 90 Stühle könnten unter Wahrung der Abstandsregelungen auf der Wiese Platz finden, erklärt die Villa-Geschäftsführerin Johanna Brechtken. Viel weniger habe auch keinen Sinn, gibt Hofmann zu bedenken, denn für alle Beteiligten gehört das Auftreten vor Publikum zur Berufsausübung.

Kein Verständnis für Jens Spahn

„Das Sterben der Off-Theater werden wir nicht hinnehmen“ verspricht der auch in Passau und Wien umtriebige Veranstalter. Die „Umsonst-Kultur“, die soeben im städtischen „Sommer in der Stadt“ geboten werde, sei für ihn kein Geschäftsmodell. Noch weniger Verständnis hat er für die Warnungen des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn vor Kulturveranstaltungen, während der Besuch von Biergärten als unproblematisch gelte.

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