Chris de Burgh: "An diesem Punkt hören viele Paare auf"

Seine Karriere basiert auf Liebesliedern. Und auch in seinem Privatleben weiß Chris de Burgh, was in Beziehungen wichtig ist, wie er im Interview mit t-online belegt.

Mit Songs wie “High on Emotion”, “Missing You” oder natürlich “The Lady in Red” hat die irische Sänger Chris de Burgh seine Karriere untermauert. Letztgenannter Song, sein großer Hit, handelt von seiner Frau Diane. Das Paar ist seit 1977 verheiratet, hat zusammen drei Kinder: die beiden Söhne Hubie und Michael sowie Rosanna Davison, die als “Miss World 2003” ihren Durchbruch als Model feiern konnte.

Im Gespräch mit t-online verrät de Burgh, was sein Geheimnis für eine lange und glückliche Beziehung ist. Und er spricht über seine oftmals knappe Zeit für die Familie und wie er damit umging.

t-online: Sie und Ihre Frau sind fast 45 Jahre verheiratet. Was ist Ihr Geheimnis? Viele Beziehungen zerbrechen ja schon nach zwei, drei Jahren.

Chris de Burgh: Interessant, dass Sie zwei Jahre sagen. Ich habe festgestellt, dass Beziehungen nach 18 bis 24 Monaten einen kritischen Punkt erreichen. Vorher ist alles voller Romantik, tollem Sex, schönen Urlauben, Partys. Aber an diesem Punkt hören viele Paare damit auf, andere gehen weiter.

Was hat Sie zum Weitergehen veranlasst?

Bei uns basiert die Beziehung auf Respekt, Unterstützung, Freundschaft, Lachen und Ideen, die man im Groben gemeinsam verfolgt. Meine Frau ist eine tolle Gärtnerin und ich schaue gerne in den Garten (lacht). Ich habe mich als Musiker immer gefreut, wenn ich wieder nach Hause gekommen bin.

Ich muss sagen: Das klingt eher einfach.

Haben Sie eine Partnerin?

Ja. Und wir sind auch schon über diese kritischen 18 bis 24 Monate hinaus.

Gut gemacht. Die nächste kritische Phase ist dann in zwei bis drei Jahren (lacht). Wenn Ihre Partnerin nach Hause kommt und Sie merken, sie hat einen harten Tag gehabt – was immer hilft: eine Umarmung. Und übernehmen Sie das Kochen, während sich Ihre Freundin entspannt.

Wenn Sie mir hier solche Beziehungstipps geben: Sie wurden mit Lovesongs weltberühmt. Wer ist denn bei Ihnen der romantischere Part der Beziehung? Sie oder Ihre Frau?

Wohl ich. Dianne ist auch romantisch, aber ich habe daraus eine Karriere gemacht (lacht). In Beziehungen, egal wie lang sie sind, gibt es immer mal wieder Täler. Ich hasse den Ausdruck “daran arbeiten”, aber das muss man. Man muss das aushalten.

Sie sagten, dass nach Hause kommen für Sie immer etwas Schönes ist. Haben Sie das Gefühl, dass Sie im Familienleben durch das Leben auf Tour viel verpasst haben?

Absolut! Sehr oft sogar. Ich habe das aber immer versucht zu kompensieren. Ich hatte früher einen Privatjet. Wenn ich also beispielsweise in der Waldbühne hier in Berlin einen Auftritt hatte, dann bin ich danach direkt zum Flughafen gefahren und wieder nach Hause zur Familie geflogen. Ich war um zwei Uhr daheim, habe dann am nächsten Morgen die Kinder in die Schule gebracht, später wieder abgeholt und bin dann wieder zur nächsten Show geflogen.

  • Chris de Burgh: ”Daran werden Familien zerbrechen”
  • Beatrice Egli: ”Das ist ein intimes Thema”
  • Sängerin über finanzielle Engpässe: ”Ich habe Existenzängste”

Das klingt ehrgeizig.

Ich habe also versucht trotz dem Leben als Musiker immer genug Zeit für die Familie zu haben. Ich glaube, dass meine Kinder normal aufgewachsen sind. Ich war nie der berühmte Vater, der nur mal kurz hallo sagt.

Quelle: Lesen Sie Vollen Artikel