Southside Festival: Die Party geht weiter

Der Samstag war von einem großartigen Lineup und hochsommerlichen Temperaturen geprägt.

Nach einem grandiosen Auftakt und einer für die meisten wohl eher kurzen Nacht, knallte die Sonne am Samstag schon früh morgens wieder unerbittlich auf die Zelte. Also hieß es raus – ob nun verkatert oder nicht – möglichst kalt duschen, um die Müdigkeit aus den Knochen zu bringen und den Timetable für den zweiten Festivaltag checken. Die Wahl war schließlich nicht leicht, denn das Lineup konnte sich mehr als sehen lassen.

Musik aus Österreich

Gleich am frühen Nachmittag gabs feinste Musik aus Österreich. Die begnadeten Geschichtenerzähler „Buntspecht“ schaffen es gekonnt, mit ihren Texten Bilder im Kopf zu erzeugen. Meistens zum Nachdenken anregende, immer jedoch tanzbare und zum Mitsingen animierende Songs rissen die treue Fangemeinde schon am Nachmittag mit. „Der Himmel ist so blau, und mein Kopf ist es auch…“, tönte es von Sänger Lukas Klein. Die perfekte Hymne für den zweiten Festivaltag, denn am Himmel war weiterhin keine Wolke zu sehen, während die Temperaturen langsam auf über 30 Grad kletterten. Dank zahlreicher Wasserstationen auf dem ganzen Gelände war für ausreichend Abkühlung allerdings gesorgt.

Grandioses Lineup

Punkrock von „Millencollin“ oder doch lieber Wohlfühlmusik von den sympathischen „Giant Rooks“ – die Wahl fiel am Samstag wahrlich nicht leicht, denn das Southside Festival kann nach zwei Jahren Pause mit einem grandiosen Lineup aufwarten.„The Dead South“ sorgten auf der Green Stage für eine Mischung aus Rock und Bluegrass, während die Jugend eher zu „Ok Kid“ pilgerte, die zuverlässig wie immer für Partystimmung sorgten. Richtig laut wurde es schließlich bei „Dermot Kennedy“, dessen Texte die Besucherinnen und Besucher lautstark mitsangen. Den ein oder anderen Festivalgast rührten die eingängigen Lieder, wie „Better Days“ oder „Power Over Me“ sogar zu Tränen. Dermot Kennedy war allerdings längst nicht der einzige Künstler des Festivals, der das Thema Depressionen thematisierte und die Zuhörer dazu aufforderte, sich bei Problemen Hilfe zu suchen“. „Ihr müsst wissen es gibt Leute, die sind so glücklich, dass es euch gibt“, sagte schon Sänger Thees Uhlmann am Tag davor, bevor er seinen Song Avicii, in Erinnerung an den verstorbenen Künstler anspielte. Und auch Großstadtgeflüster erzählten am Donnerstag von düsteren Zeiten und der Wichtigkeit, sich bei Depressionen jemandem anzunehmen.

Auf ernste Texte folgte wieder ausgelassene Stimmung. Britpop vom Feinsten und wieder jede Menge gute Laune gab es schließlich gegen 20.30 Uhr beim Konzert von „The Killers“. „This is a Superspreader-Event for good Musik“, riefen die Briten ins Mikrofon und spielten gleich ihren Hit „Mr. Brightside“. „SDP“, derzeit bekannt von der Fernsehshow „Sing meinen Song“, für regelmäßige Festivalgänger aber schon seit Jahren ein Garant für tanzbaren Sound, sorgten im Anschluss für eine spektakuläre Show samt Pyrotechnik. Oder wie es die Band selbst sagen würde: „Wie euch ja sicherlich bekannt ist, katapultiert man sich auf einem SDP-Konzert aus der Hocke direkt auf den Planeten Krypton!“

Seeed überzeugte als Headliner

Bei inzwischen kühleren Temperaturen näherte sich der Abend so langsam seinem Finale. Keine geringeren als Seeed traten pünktlich um 23 Uhr auf die Bühne der Green Stage. Wohl kaum jemand wollte diese Show verpassen, denn nur wenige deutsche Bands stehen so sehr für Party, Tanzen und Adrenalin wie Seeed, die nach dem Tod des ehemaligen Co-Frontmanns Demba Nabé im Jahr 2018 wieder auf der Bühne stehen. Sänger Peter Fox hatte zur Freude seiner Fans auch seine eigenen Songs mit im Gepäck und so wurde nach „Ticket“, „Augenbling“ oder „Ding“ auch zu „Schwarz zu blau“ oder „Schüttel deinen Speck“ heftigst gesungen und getanzt. Wer nach diesen eineinhalb Stunden noch irgendwie konnte, ging schließlich bei Clubsound von Martin Garrix auf der Blue Stage bis in die frühen Morgenstunden noch einmal so richtig ab.

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