"The Kelly Family" bei RTLZWEI: In Paris kommen traurige Erinnerungen hoch

  • „Auf dass wir überlebt haben!“ Ein ernster Toast, den Patricia in „The Kelly Family – Die Reise geht weiter“ (RTLZWEI) in einem Pariser Hotelzimmer ausspricht.
  • Mit der französischen Hauptstadt verbinden die Kellys harte Zeiten.
  • Unter anderem liegt das an der Alkoholsucht des Vaters.

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Die Mutter tot, der Vater alkoholkrank, das jüngste Kind Angelo gerade mal ein gutes Jahr alt: In der RTLZWEI-Dokusoap „The Kelly Family – die Reise geht weiter“ erinnerten sich sechs der Geschwister noch einmal daran, wie sie 1983 in Paris gestrandet waren und dort zwei schwierige Jahre verbracht hatten. Doch bevor sie in Frankreich ankamen, besuchten sie erst mal weitere Orte in Irland – in der vorherigen Folge hatten sie unter anderem Dublin unsicher gemacht.

Jetzt sangen sie dort noch mal im Cappagh Hospital für die Patientinnen und Patienten, wie sie es 1977 schon einmal getan hatten. Hier war auch der ältesten Schwester Caroline (63) endgültig klar geworden, dass sie keine Musikerin, sondern Krankenschwester sein wollte, woraufhin sie die Familie 18-jährig verließ.

„The Kelly Family“ (RTLZWEI): Vater Dans fatale Mischung

Ein mutiger Schritt, wie Patricia (53) mittlerweile honorieren kann. Denn der familiäre Zusammenhalt habe den Nachteil gehabt, dass eigene Wege ungern gesehen waren: „Caroline wurde schon ganz klar damals als A…loch bezeichnet“, erinnerte sich Patricia nun mit Bedauern.

Vor allem der vereinnahmende Vater Dan (1930-2002) hatte diese fatale Mischung aus wärmendem Halt und kontrollierender Enge geprägt – jedes der Kinder hatte seine ganz eigenen Probleme mit dem Familienoberhaupt gehabt, sich vor seinem Tod aber mit ihm versöhnt.

Gemeinsam besuchten Caroline, Paul (58), Johnny (55), Patricia (53), Jimmy (51) und Joey (49) nun sein Grab in der Grafschaft Cork – und hingen Erinnerungen nach. Johnny erzählte etwa, wie er im Streit seinem Vater an den Kopf geworfen hatte, er werde mal auf seinem Grab tanzen. Der hatte das allerdings für eine gute Idee gehalten, woraufhin Johnny es ihm zuliebe tatsächlich einmal in die Tat umgesetzt hatte. Bei dem emotionalen Besuch fehlte Kathy (59): Sie habe „sehr hart dran gearbeitet, Frieden mit ihm zu schließen“, sodass der Gang zum Grab für sie etwas Heiliges habe. Bestimmte Dinge wolle sie „nicht vor der Kamera zeigen“.

Auf Kneipentour mit dem suchtkranken Vater

Kathy hatte es in Paris, wohin die Familie nach dem Krebstod der Mutter Barbara Ann (1946-1982) gezogen war und wohin die Geschwister schließlich weiter reisten, besonders schwer gehabt. Aus Kummer war der Vater damals immer mehr dem Alkohol verfallen – Kathy hatte ihn bei seinen nächtlichen Kneipentouren begleitet, um ihn am Ende sicher zurück ins Hotel bringen zu können, in dem die Familie damals gelebt hatte.

Manchmal habe sie ihn kaum ins Haus geschweige denn die Treppen hochbringen können: „Aber für mich war das so klar – wenn die Polizei ihn findet, werden die Kinder ihm entzogen.“ Nicht nur um den Vater hatte sich Kathy gekümmert: Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Patricia – damals 14 – hatte sie auch die kleinen Geschwister versorgt, sie gefüttert, Windeln gewechselt. Und das alles auf wenigen Quadratmetern in zwei, manchmal drei winzigen Zimmern eines billigen Hotels, da sie als Familie mit zehn Kindern sonst keine Bleibe gefunden hatten.

Tagsüber hatten die Kids überdies stundenlang musiziert, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn sie heute sehe, wie ihre Geschwister leben, war sich Kathy aber sicher: Der Kampf „hat sich gelohnt.“ Glücklicherweise war Dan irgendwann zu den Anonymen Alkoholikern gekommen und hatte seine Sucht in den Griff bekommen.

Kathy Kelly: „Wenn du Gefangener bist, bist du gefangen“

Bei der Rückkehr ins alte Zuhause hatte das Hotel nur ein Zimmer frei, in das die Geschwister nun Matratzen aus ihrem Tourbus schleppten, um dort zu sechst die Nacht zu verbringen. Caroline war bereits zurück in ihre Heimat, die USA, gereist. Keine zehn Quadratmeter maß der Raum, alle waren „geschockt“, wie klein er tatsächlich war. Doch sind Suites besser? Während Johnny solchen Luxus mittlerweile genießen konnte, waren vor allem Paul und Patricia voller Ablehnung, erinnerten sie die noblen Räumlichkeiten doch an ihre Zeit des Mega-Erfolgs in den 1990er Jahren, als sie keinen Schritt vor die Tür gehen konnten, ohne von Fans und Paparazzi belagert zu werden.

Essen, Trinken, alles habe man sich an die Tür bringen lassen, erzählte Kathy: „Es ist egal, wie schön das Hotel ist – wenn du Gefangener bist, bist du gefangen.“ Insofern genossen nun alle noch mal das Gefühl der Freiheit, das sie einst trotz aller Probleme und Platzmangel in Paris empfunden hatten und freuten sich auf die nächsten Stationen ihrer Europareise.

(tsch) © 1&1 Mail & Media/teleschau

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