Coronavirus-News aktuell: 2. Welle gewiss! Virologe besorgt über Covid-19-Comeback

In der aktuellen Folge des “Coronavirus Update”-Podcasts malte Christian Drosten ein düsteres Bild: Er geht davon aus, dass uns schon bald eine zweite Corona-Welle droht. Deshalb sollten jetzt schnell Maßnahmen ergriffen werden.

Viele Menschen freuen sich nach dem Corona-Lockdown wieder darauf, endlich die warmen Temperaturen zu genießen. Denn Deutschland ist in weiten Teilen wieder (fast) zu einem normalen Leben zurückgekehrt. Doch, die Ruhe kommt vor dem Sturm. Denn Christian Drosten spricht in der 50. Folge des NDR-Podcasts “Das Coronavirus Update” davon, dass das Coronavirus zurückschlägt.

“Ich bin nicht optimistisch”! Christian Drosten warnt: Das Coronavirus könnte bald wieder zurückkehren

Bereits der Titel der aktuellen Ausgabe “Das Virus kommt wieder” zeichnet eine düstere Prognose. Denn die Auswirkungen des Coronavirus sollen schon bald wieder stärker in Deutschland zu spüren sein. “Ich bin nicht optimistisch, dass wir in einem Monat noch so eine friedliche Situation haben wie jetzt, was die Epidemie-Tätigkeit angeht.” Dank der eingeleiteten Maßnahmen und dem “Sommer-Effekt” legt das Virus aktuell eine Ruhepause ein. Vor allem handle es sich laut Drosten um die “Ruhe, die wir uns jetzt genommen haben durch das sehr effiziente Bremsen”.

Um diesen Vorsprung nicht zu verscherzen, müssen jetzt schnellstmöglich Maßnahmen ergriffen werden. “In zwei Monaten werden wir ein Problem haben, wenn wir nicht jetzt alle Alarmsensoren anschalten und wenn wir nicht einsehen in der Bevölkerung, dass die Gesundheitsbehörden Unterstützung und Konsens brauchen.”

Coronavirus-News aktuell! Hotspots als Gefahr

Das zeigt nicht nur die erschreckende Situation in den USA. Dort gibt es immer wieder neue Virus-Hotspots, die es zu bekämpfen gilt. Dazu sagte der Charité-Virologe: “Wir sehen ja jetzt in den südlichen amerikanischen Staaten, dass wir trotz hoher Umgebungstemperaturen in eine furchtbare Situation reinlaufen. Also, die Intensivstationen in manchen Gebieten sind jetzt schon voll”. Auch in Deutschland gibt es neue Virusherde wie in Göttingen, Berlin, bei Tönnies im Kreis Gütersloh oder bei Wiesenhof. Deshalb ist es wichtig, dass man”verhindern muss das sich das unbemerkt verbreitet”.

Die unhaltbaren Zustände in den Fleischfabriken würden ein gutes Klima für Sars-CoV-2 bieten, weil Mitarbeiter eng beieinander arbeiten. Auch die kalten Temperaturen tragen ihr Übriges dazu bei. Das wiederum befeuert die Angst vor einer zweiten Corona-Welle im Herbst und Winter. Christian Drosten sagt dazu: “Wir haben natürlich im Winter eben auch die Situation eines nicht beheizten Raums, in dem eben doch keine Luftbewegung ist, das können ja irgendwelche Wartebereiche sein an Bahnsteigen oder Bushaltestellen.” Diese kalten Bereiche mit Schutzwänden samt Dach ergäben “vielleicht dann eine Umgebungssituation, die den jetzigen Zerlegebetrieben entspricht”.

Vorsicht! Zweite Corona-Welle durch Corona-Brandherde möglich

Trotzdem rechnet er, wie seine Virologen-Kollegen nicht mit einem extremen Anstieg, wie noch vor einigen Monaten. “Ich glaube nicht, dass das am Ende das sein wird, das uns in eine zweite Welle führt. Sondern ich denke, wir müssen schon jetzt ganz vorsichtig sein mit der Entwicklung einer zweiten Welle.” Deshalb sollte seiner Meinung nach Folgendes dagegen getan werden: “Nicht zu viele Personen, nicht in einem geschlossenen Raum, die Enthemmung durch Alkohol spielt sicherlich eine Rolle, laute Musik, gegen die man laut anschreit, wo dann natürlich noch mehr Aerosol im Rachen gebildet wird – alle diese Dinge sind nicht gut.” Denn: Sars-CoV-2 war niemals wirklich verschwunden und werde “demnächst unbemerkt wieder überall sein”.

“Keine virusfreien Schulen”! Debatte um Schulen und Kitas muss geführt werden

So auch in Kitas und Schulen, die nach den Sommerferien wieder öffnen sollen. Auch hier warnt Drosten: “Man kann ein Virus nicht wegtesten.” Und ein Anstieg von positiven Fällen könnte dazu führen, dass “wir plötzlich feststellen: Die Konsequenz ist, dass wir überall die Schulen wieder schließen müssen.” Am Ende schlussfolgert er: “Vielleicht können wir keine virusfreien Schulen haben.” Deshalb müsse, im Hinblick auf mögliche Folgen, eine Diskussion geführt zu werden.

Denn bis zum Herbst müsse die “Debatte gesellschaftlich geführt” seien und “Vorüberlegungen getroffen” werden. Dementsprechend fordert er: “Wir müssen jetzt wirklich unbedingt damit aufhören, Dinge zu verbreiten, die sagen: ‘Na, die Schüler sind ja gar nicht betroffen, also können doch die Schulen geöffnet werden.'” Dabei handele es sich um “eine Fehlinformation”, die uns “auf die Füße fallen” könne. Der Top-Virologe spricht sich deshalb für eine generelle Debatte über die Schulpflicht aus.

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bos/news.de

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