Harrys Rede: Das Entscheidende steht zwischen den Zeilen

Der “Megxit” ist vollbracht. Prinz Harry nahm am Sonntag in einer emotionalen Rede zu seiner und Meghans Rückzugsentscheidung Stellung. Die Medien sind der Elefant im Raum. 

Der Deal ist durch: Harry und Meghan werden das britische Königshaus ohne den Titel “Königliche Hoheit” und ohne finanzielle Zuwendungen verlassen. Ein harter “Megxit”, wie es die britische Presse überwiegend einordnet. Ein Teilzeitmodell mit Privilegien und gleichzeitiger “finanzieller Unabhängigkeit”, immer zwischen Kanada und Großbritannien pendelnd, wird es nicht geben. 

Für Prinz Harry ist das ein schwerer Schritt. Seine Erklärung am Sonntagabend bei einem Dinner für die Mitarbeiter der Hilfsorganisation Sentebale geriet entsprechend emotional, von “großer Traurigkeit” und einer Entscheidung, die er nicht “leicht getroffen habe”, war die Rede. Doch letztlich habe es laut dem Herzog von Sussex “wirklich keine andere Option” gegeben. 

Warum das so ist, sagt er nicht. Gleich zu Beginn seiner Ansprache meint Harry, dass er nicht alles über die Hintergründe der Entscheidung “mitteilen kann”. Das britische Königshaus, die traditionellen, monarchischen Strukturen, die verschworene Familie Windsor: All das wird zur Entscheidung von Harry und Meghan einen Teil beigetragen haben, doch entscheidend war es nicht.

Der Elefant im Raum heißt “Medien”. In seiner gesamten Rede, einen gut siebenminütigen Teil davon veröffentlichte er selbst als Video, erwähnt er sie nur einmal: “Die Medien sind eine mächtige Kraft”, heißt es von dem Herzog von Sussex. Im Anschluss betont Harry die Werte des familiären Zusammenhalts und erwähnt erstmals seinen Sohn, den acht Monate alten Archie: Es sei “ein Privileg” für ihn und seine Gattin gewesen, die “Begeisterung für unseren Sohn Archie zu spüren”. 

Da ist er, der Tenor zwischen den Zeilen: Harry will die Anfeindungen aus der Presse nicht länger hinnehmen, seinen Sohn vor der “mächtigen Kraft” schützen. Er selbst wurde “in dieses Leben hineingeboren” – Archie soll diese Bürde erspart bleiben. Harry und Meghan nahmen seit der Geburt von Archie im Mai 2019 so sehr Anstoß an der Berichterstattung der Medien, dass sie fünf Monate später juristisch dagegen vorgingen. 

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Dennoch ist es dem Prinzen wichtig, etwas “klarzustellen”. “Wir laufen nicht davon”, sagt er in seiner Rede und präzisiert: “Und mit Sicherheit laufen wir auch nicht vor Ihnen davon.” Mehrere Monate hätte das Paar zusammengesessen, mit der Queen und dem Königshaus beraten. Sie wollten bleiben, dem “Commonwealth” weiter dienen, doch am Ende lautete das Urteil: “Leider war das nicht möglich”.

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