Kim + Nina Hnizdo: "Wir sind eigentlich immer in Kontakt"

Für Kim Hnizdo, 25, und ihre Schwester Nina, 26, ist die diesjährige "ABOUT YOU Fashion Week" eine wichtige Veranstaltung: Für "Lascana" modeln die beiden Schwestern das erste Mal gemeinsam – eine Premiere der besonderen Art! 

Im Interview mit GALA sprechen die beiden erstmals über ihre Beziehung zueinander, über Selbstliebe und verraten, welchem Familienmitglied sie ihre:n neue:n Partner:in zuerst vorstellen. 

GALA: Wie würdet ihr eure Schwesternbeziehung beschreiben?

Kim: Ich bin jetzt 25, Nina ist 26. Ich habe das Gefühl, umso älter wir werden, umso intensiver wird es zwischen uns. Wir waren schon kleine Terror-Zwerge als Kinder. (lacht) 

Welche Dinge habt ihr lieber für euch allein und teilt sie nicht gern mit eurer Schwester?

Kim: Beziehungen und Zahnbürsten. Das sind wahrscheinlich die einzigen Dinge, die wir nicht miteinander teilen. Manchmal teilen wir uns auch ein Bettchen, wir sind da relativ unkompliziert.

Apropros Beziehungen: Stellt ihr eure:n neue:n Partner:in immer zuerst eurer Schwester vor?

Nina: Eher so, wie es sich ergibt. 

Kim: Aber meistens waren wir die ersten. 

Wie seid ihr füreinander stark, wenn es mal nicht so gut läuft? Gibt es Rituale, fahrt ihr zueinander oder reicht es auch aus, miteinander zu telefonieren?

Nina: Wir telefonieren natürlich viel, aber ansonsten gibt es auch gemeinsame Urlaube. (An Kim gewandt) Du bist einfach ein guter Rückzugsort. 

Kim: Wir sind eigentlich immer irgendwie in Kontakt. Wir sind einfach da füreinander, auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen. Physisch, aber auch online, im gemeinsamen Urlaub oder über das Telefon. Manchmal muss man auch gar nicht physisch da sein, trotzdem habe ich immer das Gefühl, dass du da bist (an Nina gewandt). Und wenn nicht, rufe ich so oft an, bis sie da ist! (lacht)

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Helft ihr euch gegenseitig, euch selbst zu lieben – und wenn ja, wie?

Kim: Ich glaube, mir hat – außer mir selbst – niemand so sehr geholfen, mich selbst zu lieben, wie Nina. Wir sind uns grundsätzlich sehr ähnlich, und dann auch wieder sehr unterschiedlich. Und ich musste lernen, die Unterschiede an meiner Schwester zu lieben, und umgekehrt. Nina hat mich gelehrt, andere Seiten an mir zu lieben, als das, was ich immer an anderen Menschen gemocht habe. Da ist ganz viel Toleranz und Akzeptanz gewachsen über die letzten Jahre und das war die größte Hilfe und der größte Gamechanger, den ich je bekommen habe.

Worin liegen die größten Unterschiede zwischen euch?

Kim: Wir haben eigentlich nie die gleiche Frisur. (lachen) In den letzten Jahren ist unsere Beziehung immer enger und toleranter geworden, aber früher waren wir wirklich sehr unterschiedlich. Ich glaube, in unserer Kindheit und Jugend waren die Unterschiede am größten. Mein Rede-Anteil ist auch einfach größer. (lacht)

Und worin seid ihr euch besonders ähnlich?

Nina: Das Essverhalten. (lachen) 

Kim: Das Essverhalten und in unserer Liebe für schwarze Rollkragen-Pullis. (lachen) Wir sind auch nicht total gleich, aber wir sind mit den gleichen Werten aufgewachsen. Und das merkt man auch, auch wenn wir sie anders ausleben und charakterlich nicht immer gleich sind, haben wir ähnliche Moralvorstellungen.

Was bedeutet Selbstverwirklichung für euch konkret?

Kim: Es bedeutet für mich, dass ich ohne Fremdsteuerung Dinge machen kann, die mich erfüllen. Und das ist privat genauso wie beruflich.

Nina: Das sehe ich auch so: Einfach zu sein. Noch nicht einmal so sein zu müssen, wie man ist – sondern einfach nur zu sein.

Eine ganz neue Entwicklung, auch in der Modebranche, oder?

Kim: Total! Und das eine schließt ja das andere auch nicht aus. Ich glaube, gerade wenn du dich selbst verwirklichst und bei dir bist, kannst du auf großen Laufstegen laufen. Ich glaube, mittlerweile haben sich die Werte auch dahingehend verschoben. Die Leute wollen ja, dass wir so sind, wie wir sind, und nicht, dass wir nicht real sind. Die Sensibilität dafür hat sich echt entwickelt und das finde ich total gut. Und ich arbeite auch daran, dass es bei mir auch so wird.

Nina, eine Frage direkt an dich: Kim steht schon seit ein paar Jahren sehr präsent in der Öffentlichkeit. Hast du vor, aus diesem Schatten herauszutreten?

Nina: Ich habe nicht das Gefühl, ich würde im Schatten stehen. Wir unterschieden uns vielleicht in der Art und Weise, wie wir unseren Job machen, aber ich bin sehr zufrieden, wie es bei mir läuft.

Also ist es keines deiner Ziele, weiter ins Rampenlicht zu gehen?

Nina: Nein. Ich mach das mit dem Modeln gern, aber es passt so, wie es ist. Und wenn, ist es etwas ganz Besonderes, wenn wir wirklich was zusammen in der Öffentlichkeit machen.

Kim: Immer dort, wo die Möglichkeit besteht, es zusammen zu machen, machen wir es. (An Nina gewandt) Ich bin dein größter Fan und ich glaube, dadurch pushen wir uns auch. Ich bin die Lautere von uns beiden, aber das heißt nicht, dass ich auch die Klügere bin. Ich bekomme sehr, sehr viel Rat von Nina und sie hilft mir viel, indem ich mich mit ihr austausche. Das ist vielleicht ein leiserer Push, als ich ihn geben würde, aber es ist eine Riesen-Hilfe.

In welchen Momenten steht ihr euch besonders bei?

Kim: In diesen ganz positiven oder ganz negativen Momenten, wenn man extreme Emotionen miteinander teilen möchte. (An Nina gewandt) Dann bist du meine Ansprechpartnerin für alles!

Könnt ihr einen dieser Momente genauer beschreiben?

Kim: Zum Beispiel, wenn mir beruflich etwas Tolles passiert. Und ich sage: „Hey guck mal, wir haben jetzt zusammen einen Job bei 'Lascana'!“ Das ist einfach super schön. Es ist gut, das zusammen zu machen. Und genauso auch umgekehrt, wenn ein Job mal nicht geklappt hat oder man Liebeskummer hat. Ich merke das besonders in meinem Umfeld: Wenn jemand nicht aus der gleichen Branche ist, dann hat nicht jeder das gleiche Verständnis für diese Art von Problemen. Und weil wir das mittlerweile mehr und mehr zusammen machen, ist ein absolutes Verständnis auf beiden Seiten da und man kann sich auch gut darüber austauschen. Sich miteinander freuen, genauso wie man sich dann auch nicht miteinander freut.

Nina: Amen. (lachen) 

Verwendete Quellen: eigenes Interview

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