Lio Dietz: "Die anderen nennen sie Zombie, das macht mich wütend"

André Dietz‘ Sohn kämpft wie ein Löwe für seine Schwester mit Angelman-Syndrom

Lio Dietz: "Die anderen nennen sie Zombie, das macht mich wütend"

Lio Dietz spricht über seine Schwester

André Dietz' Tochter Mari hat einen Gendefekt

Lio, der Sohn von Schauspieler André Dietz (46), hat mit seiner Schwester Mari ganz normale Geschwister-Probleme. „Wenn meine Freunde da sind und sie ins Zimmer kommt, nervt sie“, erzählt er uns, „und sie zieht mich an den Haaren, weil sie Aufmerksamkeit möchte“. Den meisten Menschen sollten die Erzählungen des Neunjährigen bekannt vorkommen. Kaum einer wird sich mit seinen Geschwistern immer prima verstanden haben. Allerdings gibt es in Lios Familie eine Besonderheit: Seine kleine Schwester Mari hat nämlich das sogenannte „Angelman-Syndrom“ – dabei handelt es sich um einen seltenen Gendefekt. Das Interview mit Lio sehen Sie im Video.

„Die anderen nennen sie Zombie“

Lio ist zwar manchmal genervt von seiner Schwester, in unserem Interview erzählt uns der Schüler aber, wie stolz er eigentlich auf seine Schwester ist: „Ärzte haben gesagt, sie wird niemals laufen lernen können. Aber sie kann laufen und das finden wir krass!“, sagt er. Mari ist mittlerweile acht Jahre alt, aufgrund ihres Gendefekts wirken ihre Bewegungen etwas holprig.

„Es gibt Kinder, die verstehen das nicht und ahmen sie nach und sagen dann, sie wäre ein Zombie“, erzählt uns Lio. Dass das böse gemeint ist, versteht Mari aber nicht. „Ich glaube, sie fände das nicht cool, wenn sie wüsste, was gemeint ist“, sagt er. Als großer Bruder nimmt Lio seine Pflicht wahr und verteidigt Mari. „Ich sage denen dann, sie ist ein Mensch wie ihr. Sie kann an ihrer Krankheit nichts ändern.“

Papa André findet rührende Worte über Tochter Mari

Anlässlich des „International Angelman Day“ hatte Papa André im vergangenen Jahr einen rührenden Post auf Instagram gestellt, in dem er das Leben mit seiner Tochter Mari beschreibt. Dort schreibt er: „Mari kann nicht sprechen und uns erzählen, wie sie die Welt sieht, aber sie läuft jeden Tag laut lachend mit unserem Handy durch die Wohnung und filmt und fotografiert uns ihre Welt“, auch wenn sie motorisch noch nicht so weit sei, wie ihre zweijährige Schwester, läge ihre „Papa-in-die-Klöten-treten“-Quote dennoch bei erstaunlichen 98 Prozent!

Was ist das „Angelman-Syndrom“?

Bei dem Angelman-Syndrom handelt es sich um einen äußerst seltenen Gendefekt. Etwa eines von 30.000 Kindern hat es. Die erblich bedingte genetische Störung sieht man ihnen zunächst kaum an, die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder mit Angelman-Syndrom ist jedoch stark verzögert.

Hinzu kommt, dass Betroffene überdurchschnittlich häufig lachen. Hinzu kommen kognitive Einschränkungen, Hyperaktivität, Schlafstörungen und eine reduzierte Sprachentwicklung. Weil das Chromosom 15 genetisch verändert ist, erreichen Betroffene meist nur den Stand eines Kleinkindes und sind auch im Erwachsenenalter auf Betreuung angewiesen. (ste/kmü)

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