Promi-Geburtstag vom 23. August 2020: Rita Pavone

Rom (dpa) – In Erinnerung an Rita Pavones Lied vom Abschiednehmen kommen Schlagerfans ins Schwärmen: “Arrivederci Hans” schmetterte die Italienerin mit voller Stimme und Kurzhaarschnitt Ende der 60er Jahre in die Mikrofone.

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Mehr als 50 Jahre später mag die Sängerin, die an diesem Sonntag (23.8.) 75 Jahre alt wird, an den Abschied von der Bühne nicht denken. In einem Musikvideo steht sie im Lederlook mit schulterlangem, blonden Haar da. Sie singt ihren neuen Song “Niente (Resilienza 74)” (Nichts, Resilienz 74), hat Fernsehauftritte, gibt Interviews und ist in sozialen Medien wie Twitter unterwegs.

Das neue Lied, geschrieben von einem ihrer zwei Söhne, sang sie beim Schlagerfestival in Sanremo. Das war, kurz bevor die Corona-Pandemie Italien und andere Länder in einen monatelangen Lockdown zwang. Mit dem Auftritt beim Festival wollte sie aller Welt zeigen: “Ich bin noch da!” Das sagte Pavone im Februar dem “Mallorca Magazin”. “Und damit die Menschen sehen, dass ein Körper zwar altern kann, die Stimme aber bleibt.” Sie fühle sich nicht wie Mitte 70.

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Geboren und aufgewachsen ist Rita Pavone in Turin. Heute lebt sie viel in der Schweiz, im Tessin. Sie wurde schon als Teenager 1962 bei einem Musikwettbewerb für Nachwuchstalente in Ariccia bei Rom entdeckt. Dort siegte sie, legte den Grundstein ihrer Karriere und lernte ihren späteren Manager und Mann, Teddy Reno, kennen. Er war der Veranstalter.

Es folgte eine steile Karriere. Bald schon trat sie erstmals im deutschen Fernsehen auf. Ihr früher deutscher Erfolgstitel “Wenn ich ein Junge wär” stammt von 1963. Ihr Deutsch sei nicht besonders gut gewesen, aber mit Hilfe von Lautschrift seien die Lieder klasse geworden, erzählte die temperamentvolle Künstlerin. Der Akzent klang sexy. “Kiddy Kiddy Kiss Me” nahm sie zusammen mit Paul Anka auf. In anderen Ländern, etwa in Frankreich, den USA und Staaten Südamerikas, feierte Pavone ebenfalls Erfolge. Und sie spielte in Filmen mit.

Später wurde es ruhiger, es gab lange und kürzere Pausen im Schaffen. “Ich habe große Erfolge gefeiert, aber ich hatte auch schwere Stunden. 2003 mussten mir zwei Bypässe eingesetzt werden, das war eine harte Zeit”, erzählte sie.

Dass sie sich phasenweise politisch rechts engagierte, gefiel nicht allen Fans. Für giftige Netz-Äußerungen gegen die Öko-Vorkämpferin Greta Thunberg erntete sie unlängst Kritik. In der Vielschichtigkeit liege ihr Erfolg begründet, sagte sie einem italienischen Internet-Frauenmagazin: “Ich kann Rock sein, aber ich kann auch sehr süß sein. Ich kann lustig sein, aber ich kann auch bösartig werden.”

2013 brachte Pavone nach langer Unterbrechung das Album “Masters” heraus. Im Jahr danach tourte sie durch Italien. Derzeit wirbt die Künstlerin fleißig für ihre neue Sammlung “RaRità!” mit vielen alten Songs – auch “Arrivederci Hans”. Im Mai gab es in Italien eine Sonderedition auf Vinyl. Rita Pavone wurde dazu mit den Worten zitiert: “Dies ist nur die Spitze des Eisbergs meiner Diskographie. Es gibt noch Edelsteine zum Ausstellen.” Wo und wie sie ihren 75. Geburtstag feiert, auf diese Frage gab ihr Management keine Antwort.

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