Rassismus im Alltag: Star-Koch Nelson Müller nennt traurige Beispiele

Rassismus muss auch Starkoch und Unternehmer Nelson Müller oft am eigenen Leib erfahren. In der Radio-Bremen-Talkshow “3nach9” hat er mit Judith Rakers und Giovanni di Lorenzo offen über das Thema gesprochen.

Moderatorin Judith Rakers fragte ihn in der Sendung am Freitagabend, was sein Ansporn, sein “Motor” sei. Der gebürtige Ghanaer, der als Kleinkind nach Deutschland kam und in einer Pflegefamilie aufwuchs, erklärte daraufhin, dass er schon früh immer wieder rassistische Erfahrungen machen musste. Diese hätten ihn angetrieben, vorne mitzuspielen und es ganz besonders gut zu machen: “Ich habe schnell gemerkt, dass ich, indem ich etwas kann und dafür gesellschaftliche Anerkennung empfange, ein Machtgefüge, das mir persönlich wehtut, für mich in Ordnung bringen kann”.

Zuschauer, Schornsteinfeger, Gärtner: Rassistische Kommentare sind keine Ausnahme

Doch auch heute noch bekomme er häufig rassistische Kommentare zu hören. Nelson Müller lieferte im Gespräch mit Judith Rakers einige schockierende Beispiele: “Da wird dann gefragt: ‘Warum muss mir ein Afrikaner jetzt das Kochen beibringen? Gibt’s nicht einen deutschen Koch, der uns im Fernsehen das Kochen beibringen kann?'”

Nach einem Umzug habe es einen Vorfall mit dem Schornsteinfeger gegeben: “Ich habe ihm aufgemacht, worauf er links und rechts an mir vorbeischaute und fragte, ob jemand da ist.” Als sich Müller vor Kurzem mit einem Gärtner unterhielt, sei dieser daraufhin gefragt worden, ob jetzt die Schwarzen schon weiße Gärtner hätten. Auch auf Reisen müsse er oft negative Erfahrungen machen: Nicht nur, dass er besonders oft kontrolliert werde, die Personen am Business-Schalter am Flughafen wollten ihn außerdem oft in die Economy-Class schicken.

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Promi-Status schützt nicht vor Rassismus

Nelson Müller mache Erfahrungen wie diese trotz seiner Bekanntheit und privilegierten Position sehr häufig. Auch deshalb wolle er auf das Problem aufmerksam machen, schließlich wolle er sich gar nicht ausmalen, was jemand erlebt, der eben nicht so privilegiert ist wie er.

Trotzdem habe er sich dazu entschlossen, vor allem das Positive zu sehen: Auch in Deutschland werde mehr als früher gegen Rassismus gekämpft. Einen großen Wunsch hat er jedoch, nämlich, “dass in den Medien mehr interessante und auch schöne Sachen aus den afrikanischen Ländern gezeigt werden, die sonst nur als Problemländer in unseren Köpfen sind. Ich finde es großartig, wenn einfach mal von der Motorradgang aus Simbabwe berichtet wird oder über die Fashion-Show im Senegal.”

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