Sean Connery: So wurde er zur Bond-Ikone

Am 25. August feiert Schauspiellegende Sir Sean Connery seinen 90. Geburtstag. Trotz vieler Sternstunden in seiner Karriere wird er für viele wohl auf ewig James Bond bleiben. Auch wenn Connery seine Figur irgendwie hasste, die Fans lieben sie und ihn immer noch.

Sean Connery ist der beste "Bond" aller Zeiten – zu diesem Ergebnis kam kürzlich das Film- und Fernsehmagazin "Radio Times". 14.000 britische Leser hatten Connery in einer Umfrage zum besten James-Bond-Darsteller aller Zeiten gewählt. Der Schotte, der sich schon seit langer Zeit im öffentlichen Standby-Modus befindet, wird nun stolze 90 Jahre alt. So wurde aus dem ehemaligen Milchfahrer und Sargpolierer der Revolverheld und Womanizer James Bond.

"The James Bond Collection" jetzt hier holen

"Wenn die Bücher Erfolg hatten, dann machen sie auch einen unbekannten Darsteller berühmt. Einen großen Star hätten wir niemals für die ganze Reihe binden können", erklärt Barbara Broccoli (60), Tochter des Original-Bond-Produzenten Albert R. Broccoli (1909-1996), die Besetzung von Connery als Ur-Bond. Zum Auftakt der berühmten Filmreihe ("James Bond – 007 jagt Dr. No") setzten die Produzenten mit Sean Connery also auf ein eher unbeschriebenes Blatt. Zunächst hielt Schöpfer Ian Fleming (1908-1964) auch nicht besonders viel vom burschikosen Schotten: "Connery hat nicht der Vorstellung entsprochen, die ich von Bond hatte", verriet Fleming laut seines Biografen Matthew Parker später. Das habe sich im Lauf der Zeit jedoch geändert: "Wenn ich die Bücher noch einmal schreiben würde, dann wäre er das Vorbild."

Connery selbst gefiel das Drehbuch für den Film von Beginn an, forderte aber mehr Humor in der Story. Bei der Figur James Bond waren sich die beiden allerdings einig. "Als ich Fleming das erste Mal traf, sahen wir Bond sehr ähnlich: als Genussmenschen – alle Sinne hochgefahren, auf alles achtend, ganz klar ohne Moral", so Connery. "James Bond steht dafür, die Regeln zu brechen. Er genießt die Freiheit, die Otto Normalverbraucher nicht haben. Er isst gern. Er trinkt gern. Er mag seine Girls. Er ist ziemlich sadistisch und grausam."

Connery überzeugt mit snobistischer Lässigkeit

Als Produzent Albert R. Broccoli 1958 am Set von "Herz ohne Hoffnung" ein gewisser Thomas Sean Connery vorgestellt wurde, soll er ihm direkt gefallen haben. "Er war ein gut aussehender, sympathischer Kerl, der eine animalische Kraft ausstrahlte. Er war groß, er hatte starke physische Präsenz, und da war genau die richtige Spur von Drohung hinter seinem Lächeln und schottischen Akzent", verriet Broccoli über seinen späteren Goldesel. Auch wenn Connery vor seinem Engagement eigentlich eine Karriere als Fußballer oder Bodybuilder anstrebte und daher so gar nicht zu dem Image des britischen Gentlemans aus den Romanen zu passen schien, bekam der Mann aus Edinburgh letztlich den Vorzug, vielleicht auch wegen seiner schon damals lässigen und zugleich selbstbewussten Ausstrahlung. "Ich mache keine Probeaufnahmen, darüber bin ich längst hinaus", soll seine Antwort auf die Einladung zu einem Bond-Testscreening gewesen sein.

Quelle: Lesen Sie Vollen Artikel