Till Brönner nimmt "Alles dicht machen"-Aktion in Schutz

Der Jazz-Musiker und Fotograf Till Brönner hat den Schauspielerprotest “Alles dicht machen” gegen die Corona-Politik der Bundesregierung in Schutz genommen. Als einer der ersten machte er im vergangenen Jahr auf die Probleme der Kulturbranche aufmerksam. 

Es sei eine falsche Debatte geführt worden 

Die Kritik an den satirisch gemeinten Clips habe ein Ausmaß angenommen, “das menschlich erschrecken muss und nicht mal vor Morddrohungen zurückschreckte.” Die Debatte sei vorbeigegangen an der Frage, was über 50 unzweifelhaft demokratische Künstler und Künstlerinnen eigentlich haben sagen wollen. Stattdessen wurde der “absurden Verdacht” der Verhöhnung der Corona-Toten in den Vordergrund geschoben worden. “Für demokratische Grautöne war aber offenbar kein Platz mehr und die Clips allein blieben die Pointe auch ein wenig schuldig, wenn wir ehrlich sind”, sagte Brönner. 

"Schmerzgrenze überschritten"
Ärztin startet Gegenaktion #allemalneschichtmachen

Brönner, der am 6. Mai 50 Jahre alt wird, hat bereits im im Oktober 2021 ein längeres Video zur Misere der Kultur- und Veranstaltungsbranche gepostet. Darin machte er als einer der ersten auf die Probleme vieler Künstler aufmerksam. Er prangerte damals vor allem an, dass die Regierung in systemrelevante und systemirrelevante Berufe einteile. “Ich wurde ins ‘Heute Journal’ und zu ‘Anne Will’ eingeladen, wurde im Kulturausschuss des Bundestags als Sachverständiger gehört. Der Erdrutsch für die Kultur blieb aber ganz klar aus”, sagte Brönner.

“Dabei bleibe ich” 

Der Föderalismus habe ein Kommunikations- und Administrationsproblem, das vielen Kulturschaffenden in der freien Szene den Garaus gemacht habe. Auf Bundesebene seien zwar Hilfen bewilligt worden, aber die Auszahlung habe nicht funktioniert. Dies sei dem Ruf Deutschlands als Kulturnation nicht würdig. “Dabei bleibe ich”, sagte Brönner.

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Unter dem Motto “Alles dicht machen” hatten Dutzende Film- und Fernsehschauspieler mit ironisch-satirischen Clips die Corona-Politik der Bundesregierung kommentiert. Nach heftiger Kritik und teils Zustimmung aus dem rechten Lager distanzierten sich mehrere Teilnehmer mittlerweile von ihren Beiträgen.

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