Annette Frier, wie gehen Sie mit Kritik von Asperger-Autisten um?

In “Ella Schön” spielt Annette Frier eine Anwältin mit Asperger-Syndrom. Die Rolle in der ZDF-Reihe bringt sie regelmäßig an ihre Grenzen. Wie sie mit Kritik umgeht, verrät sie im t-online-Interview. 

Seit über zwei Jahren spielt Annette Frier die Asperger-Autistin Ella Schön in der gleichnamigen ZDF-Reihe. Während viele Zuschauer die Rolle lieben, stören sich Betroffene oft an der Darstellung.

Diese sei an einigen Stellen oft sehr klischeehaft. Wenn zum Beispiel Ella penibel Ordnung hält: Zwar sind für Autisten in der Regel klare Ordnungen wichtig, diese müssen aber nicht immer nach außen hin erkennbar sein, sondern können auch ganz persönlichen individuellen Strukturen folgen. 

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Seit über zwei Jahren hält sich die Reihe über die ungewöhnliche Anwältin nun schon im Programm. Neue Filme werden im Oktober und im November ausgestrahlt. Laut Frier liege der Erfolg der Filme an “guten Büchern, einem starken Ensemble und sehr viel Fingerspitzengefühl von der Regie-Seite”. 

“Ich habe selten so einen langen Weg beim Anlegen einer Figur empfunden” 

Die Rolle von Ella Schön ist für Frier besonders reizvoll, vor allem auch wegen der Vorbereitung, die sie in die Arbeit steckt: “Die Recherche war wahnsinnig spannend. Ich habe selten so einen langen Weg von Außen- zu Innenansicht beim Anlegen einer Figur empfunden”, erklärt sie.

Annette Frier: Die Schauspielerin spielt seit 2018 in der ZDF-Reihe “Ella Schön” mit.(Quelle: imago images / Stefan Schmidbauer)

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Bei den Dreharbeiten zu den ersten beiden Filmen sei sie ständig an ihre Grenzen geraten. “Das war sehr viel Try and Error. Mittlerweile habe ich eine gewisse Ella-Routine entwickelt”, verrät sie, gesteht auch ein: “Aber hey! Ich bin keine Asperger-Autistin und komme natürlich immer wieder an meine Grenzen.”

Am Sonntag, dem 25. Oktober, zeigt das ZDF ab 20.15 Uhr den ersten neuen “Ella Schön”-Film “Feuertaufe”. Am darauffolgenden Sonntag, dem 1. November, kommt der zweite Film “Schiffbruch”, ebenfalls um 20.15 Uhr. Beide Filme sind bereits ab Samstag, 24. Oktober 2020, um 10.00 Uhr in der ZDFmediathek abrufbar.

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