Er bringt sich als Nachfolger von Günther Jauch ins Spiel

„Menschen, Bilder, Emotionen“: Günther Jauch blickt auf das Jahr zurück und gleichzeitig auf 24 weitere. Denn der Showmaster sagt nach 25 Jahren Good bye. Spekulationen über dessen Nachfolger kommen auch auf.

Es ist der gewohnte wie vertraute Rückblick auf das vergangene Jahr, den Günther Jauch seit nunmehr 25 Jahren live bei RTL präsentiert. 2021 soll es zum letzten Mal gewesen sein, denn der Showmaster zieht unter das beliebte Format – zumindest für sich selbst – einen Schlussstrich. Manchmal sei es eben einfach Zeit nach vorne und nicht mehr zurückzuschauen, so Jauch, der in der letzten Ausgabe von „Menschen, Bilder, Emotionen“ auf ein Jahr zurückschaut, das wohl uns allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Die fast vierstündige, meist kurzweilige Show ist pickepacke voll mit den hervorstechendsten Momenten des Corona-Jahres 2021. Es sind so viele, dass man vor allem zum Ende hin fast ein bisschen den Überblick verliert. In gewohnt flapsig-ironischer Art begrüßt der Entertainer, der sagt, selten so aufgeregt zu sein wie vor dieser Show, seine Gäste. Die diesjährige Ausgabe wirft aber gleichzeitig auch einen Blick zurück auf die letzten 25 Jahre von „Menschen, Bilder, Emotionen“ und deren Highlights.

Höchststand bei Spendenbereitschaft

Fast ein wenig gewöhnungsbedürftig: Endlich gibt es wieder ein Publikum, das mit Maske und 2G in guter Stimmung ist, vor allem, wenn Jauch und Gottschalk sich gegenseitig befrotzeln, denn Tommy ist sich nicht ganz sicher, ob man „in diesem Alter eine 3,5-Stunden-Sendung durchhält“. Man spricht über Gottschalks neuen Haarschnitt, gute und schlechte Anzüge und das Gefühl, Shows wie „Wetten, dass..?“ einst jeden Samstag gesehen zu haben, obschon sie nur sechsmal im Jahr liefen.

Thomas Gottschalk, Kinderreporter Alexander und Günther Jauch. (Quelle: RTL / Stefan Gregorowius)

Der Rückblick, mal ernst, mal humorig geht zuweilen ans Herz, etwa, wenn Überlebende des Hochwassers über die schlimmen Stunden dieser Naturkatastrophe berichten und sich gleichzeitig bei den Menschen bedanken, die helfen. Denn tatsächlich erreichen die Spenden für die Leute, die zum Teil alles verloren haben, einen Höchststand, „den es in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gegeben hat.“

Jauchs Gäste auch dieses Mal: international. So begrüßt er Aisha Bibi, der als jungen Frau von den Taliban Nase und Ohren abgeschnitten worden waren und die durch ihr Konterfei auf dem Cover der „Times“ weltberühmt wurde. Man spricht in diesem Zusammenhang über Afghanistan, einem Land, das von den Taliban „vergewaltigt wird“ und in dem „Frauenrechte nichts zählen“. 2021 fiel es zurück an die Hände der islamistischen Terrorgruppe, die Bilder der Evakuierungsaktionen haben sich ins kollektive Gedächtnis gebrannt.

Jauch, der knallharte Journalist

Jauch spricht auch mit einem Kinderreporter darüber, ob Fernsehen noch eine Chance hat, mit Lukas Podolski über den Abschied von „Jogi“ Löw, der nach Ansicht beider einen „besseren“ verdient hätte und mit Bushido. Der einstige Gangsterrapper legt fast eine TV-Beichte über seine unrühmliche Vergangenheit ab und hier blitzt er wieder durch, der knallharte Journalist.

Bushido: Jauch konfrontiert ihn mit den Kosten für seinen täglichen Polizeischutz. (Quelle: RTL / Stefan Gregorowius)

Denn Jauch stellt knackige Fragen und ist nicht gerade zimperlich mit einem Mann, der mehrfach vor Gericht stand und zugibt, gegenüber seiner Frau handgreiflich geworden zu sein. So will der Showmaster etwa wissen, wer eigentlich Bushidos Personenschutz bezahle und wie er heute zu seinen frauenfeindlichen und homophoben Texten stehe.

Dazwischen gibt es immer wieder kleine Auflockerungen. Mal ruft Gregor Gysi an, dann wieder Barbara Schöneberger und Bayern-Star Thomas Müller winkt freundlich via Videochat. Geplaudert wird mit Wolfgang Schäuble über dessen 49 Jahre im Deutschen Bundestag, mit Alexander Zverev über seine unfassbare Tennisleistung in diesem Jahr, aber auch mit Boris Becker, wie es sich anfühlt, eine „lebende Legende“ zu sein.

Das Beste zum Schluss: Rap von Eko Fresh

Dazwischen die Bilder des Jahres: das Ende der Ära Merkel, die Reunion von ABBA, der Tod von Prince Philip, der Corona-Wahnsinn, Nawalnys Vergiftung, „Captain Kirk“ im All, Unruhen in Myanmar, Joe Bidens schwieriges Erbe und Ursula von der Leyens Sofagate in der Türkei.

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Das Beste aber kommt zum Schluss: Eko Fresh rappt dem beliebten Anchorman ein Abschiedsständchen, Kollege Oliver Pocher verteilt im Publikum Masken von Jauchs Gesicht und es wird ein bisschen herumgeblödelt, wer denn „Menschen, Bilder, Emotionen“ als Moderator beerben könnte? Olli vielleicht? Immerhin haben die beiden schon andere Showformate wie „5 gegen Jauch“ miteinander bestritten, ist auch bei RTL ein sehr beliebter Moderator, der immer mal wieder einige Formate moderieren darf. Auch eigene Konzepte, wie seine Spielshow gegen den Wendler oder auch gegen Influencer waren ein Erfolg bei dem Kölner Sender.

721 Gäste begrüßte Günther Jauch im vergangenen Vierteljahrhundert, am Ende ist er doch sehr gerührt, vor allem von Eko Freshs Sprechgesang. „Dass ich so eine Nummer noch zum Ende kriege“, freut er sich und ergänzt: „Danke, ich bin nicht aus der Welt, wir sehen uns wieder!“

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