Jauch bei "Wer wird Millionär?" zur Schweizer Kandidatin: "Sie können ja nicht mal Deutsch!"

Drei Kandidaten knöpften am Montagabend Günter Jauch jede Menge Kohle ab. Während der eine seinen Gewinn nur in eine neue Spülmaschine investieren will, plant etwa eine junge Ärztin, ihre Hochzeitspartygäste demnächst in einem Erwachsenen-Karussell rotieren zu lassen. Zuvor musste sie sich die Schweizerin aber noch von Jauch belehren lassen, obwohl der selbst keine Ahnung hatte.

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Vorweg, wenngleich es eingefleischte Fans natürlich bereits wissen: “Wer wird Millionär?” hat an seinem Hygienekonzept gefeilt und lässt jetzt eingeschränkt wieder Publikum im Studio sitzen.

Den Anfang machte am Montagabend vor besetzten Tribünen Kandidat Benjamin Witzel. Das 37-jährige Überbleibsel der letzten Sendung ging erneut wunderbar unaufgeregt zu Werke. Für 16.000 Euro wollte Günther Jauch dies hier von ihm wissen:

Wer die Toskana mag, macht sicher auch gern Urlaub im …?

  • A: Grappa
  • B: Chianti
  • C: Prosecco
  • D: Limoncello

“Das sind alles Getränke, ich meine aber, dass Limoncello auch ein Ort ist”, so Witzel, der die richtige Antwort Chianti tendenziell ausschloss. “Ich möchte gerne telefonieren”, meinte er aber. Er wolle sich absichern und ließ daher eine Reise-affine Freundin anrufen, die vor zwei Jahren die Toskana besuchte.

Und dennoch: Auch sie war sich nicht sicher, tippte aber stark auf Chianti. Witzel vertraute ihrem Gefühl und war damit gut beraten.

Kandidatenwunsch: Kreuzfahrt oder Spülmaschine

Eine richtig lange Kreuzfahrt wolle er machen, sollte er die Million gewinnen, ließ uns der Kandidat wissen. Im Falle eines kleineren Gewinns würde er wohl in eine neue Spülmaschine investieren. Mit 64.000 Euro könnte er sich eine solche und wohl noch eine ganze Armada an weiteren Haushaltsgeräten leisten. Für diese Summe musste Witzel, der bei 32.000 Euro stand, aber erst die folgende Frage beantworten:

Wessen Großvater stammt aus der flämischen Stadt Mechelen?

  • A: Bach
  • B: Mozart
  • C: Beethoven
  • D: Haydn

“Mozart ist meines Wissens in Wien geboren. Ich zocke und nehme wegen des Namens Antwort D. Haydn klingt für mich flämisch oder holländisch”, so der Kandidat, der leider an den klingenden Vornamen “Ludwig van” bei Beethoven einfach nicht dachte und damit auf 16.000 Euro runterrauschte. Die neue Spülmaschine wird sich dennoch bald in seiner Küche breit machen.

Nächste Kandidatin: Ärztin mit “brandgefährlicher” Ehe

Danach durfte Fabienne Liese in die Mitte zu Günther Jauch. Die Schweizerin zog der Liebe wegen nach Köln, hatte mit ihrem Mann aber im Vorfeld der Hochzeit nie zusammengewohnt. “Brandgefährlich!”, konstatierte Jauch mit einer fetten Portion Unverständnis in den Augen. Die ersten paar Fragen meisterte die Ärztin im Nu, bei jener für 1.000 Euro geriet sie jedoch ins Schleudern.

Was beginnt nicht nur für den Zoologen wörtlich immer mit einem Kopffüßer?

  • A: Handschrift
  • B: Krakelei
  • C: Gekritzel
  • D: Geschmiere

“Ich verstehe die Frage nicht so gut”, so die verunsicherte Liese. Sie wusste zwar, dass ein Kopffüßer ein Tier ist. Sogar, dass eine Krake ein Kopffüßer ist. Und dennoch konnte sie minutenlang eins und eins nicht zusammenzählen.

Es gibt Ärzte, die einem mehr Vertrauen einflößen”, meinte indes jemand drüben auf Twitter. “Aja, Krake, da steht’s ja. Ich nehme die Krakelei”, fiel endlich der Groschen bei der Ärztin.

“Heißt es ‚die Krake‘ oder ‚der Krake‘”, wollte der Günther Jauch jetzt plötzlich noch wissen. “‚Die Krake‘”, meinte die Ärztin zu wissen. “Nein, falsch! Sie können ja nicht mal Deutsch”, so der fiese Moderator zur Schweizerin.

Doch Oberlehrer Jauch hätte sich den erhobenen Zeigefinger sparen sollen, denn er irrte gewaltig: Laut Duden sind nämlich beide Geschlechter für das Wort Krake zulässig.

Kandidatin scheitert am schwedischen Wald

Fabienne Liese schlug sich danach recht wacker. Sie kannte sich mit Granatäpfeln aus, ortete zwischen der russischen und der niederländischen Flagge zu Recht eine Ähnlichkeit und wusste ihre Joker in den richtigen Momenten einzusetzen. Dann kam die Frage für 32.000 Euro:

Rund 70 % der gesamten Landfläche welches europäischen Staates sind mit Wald bedeckt?

  • A: Österreich
  • B: Schweden
  • C: Deutschland
  • D: Frankreich

“So aus dem Bauch heraus würde ich Schweden sagen”, offenbarte Liese, die eigentlich lediglich Frankreich mit weniger Wald assoziierte. Und so hoffte sie auf ihren Telefonjoker. Auch dieser tippte auf Schweden, war sich aber ebenso nicht sicher.

“Mir ist das zu heikel – ich bin tatsächlich glücklich mit 16.000 Euro”, ließ die junge Ärztin den Moderator wissen. Die richtige Antwort wäre tatsächlich Schweden gewesen. Das Geld will Liese unter anderem in ein Erwachsenen-Karussell für ihre nachträgliche Hochzeitsparty investieren.

“Annette Frier”-Lookalike tanzt bist zum Foxtrott durch die Fragen

Die letzte Kandidatin des Abends, Simone Quilitz aus Oranienburg, rauschte nur so durch die ersten Fragen. “Mit ihr sind wir in drei Minuten durch”, witzelte Jauch in Richtung Publikum.

Erst bei der 2.000-Euro-Frage geriet Quilitz, die Schauspielerin und Komikerin Annette Friere zum Verwechseln ähnlich sieht, ins Straucheln. Diese lautete wie folgt:

Weil er als einfach gilt und zu vielen Liedern passt, empfehlen Tanzlehrer als “Universaltanz” oft den…?

  • A: Cha-Cha-Cha
  • B: Foxtrott
  • C: Jive
  • D: Wiener Walzer

Die Kandidatin musste das Publikum befragen, das klar für den Foxtrott votierte und Quilitz in die nächste Runde hievte. Dort wusste sie mit Unterstützung des “50:50-Jokers”, dass “Politesse” ein Kunstwort aus den Begriffen “Polizei” und “Hostess” ist.

Dass man beim Marmelade-Einkochen die frisch befüllten Gläster auf den Kopf stellt, flüsterte ihr wiederum eine Runde später der Herr Papa am Telefon zu. Dann die letzte Frage, die Quilitz beantworten konnte, jene für 32.000 Euro:

Christine Urspruch, die man als Professor Boernes Assistentin aus dem Münster-“Tatort” kennt, spielt auch in drei Filmen…?

  • A: das Sams
  • B: den Struwwelpeter
  • C: Pu den Bären
  • D: den kleinen Raben Socke

“Ich möchte meinen, schon mal gehört zu haben, dass sie das Sams spielt. Ich nehm das Sams”, so die vor dem Hintergrund dieser Freischussfrage völlig entspannte Kandidatin, die jetzt bei 32.000 Euro stand.

Das Geld möchte sie nach der Coronakrise in eine Reise nach Australien investieren, um dort ein Foto mit einem Quokka zu machen – einer Beuteltierart aus der Familie der Kängurus. Das Tier hat einen regelrechten Selfie-Trend ausgelöst: Unzählige Touristen fotografieren sich seit Jahren mit dem sympathischen Fellgenossen.

“Ich nehm die 32.000 Euro”

Dass es hierzulande Ausländer – und nicht Hochbegabte, Schwangere oder Selbständige –sind, die eine sogenannte Fiktionsbescheinigung ausgestellt bekommen, um das Bestehen eines vorläufigen Aufenthaltsrechts nachweisen zu können, wusste Quilitz nicht mehr. “Ich nehm die 32.000 Euro”, so die Kandidatin am Ende der Sendung knapp.

Verwechslungsgefahr bei "Wer wird Millionär?": Sitzt da Annette Frier bei Günther Jauch?

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