Samstagskrimi "Der letzte Bissen" im ZDF

Ehrenfriedersdorf (dpa) – Ein parteiischer „Richter Gnadenlos“, der das Recht zugunsten seines Jagdkumpanen beugt. Polnische Arbeiter, die ausgebeutet werden. Und eine Bio-Bäuerin, die um das Überleben ihres Hofes ringt.

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Der neue ZDF-Erzgebirgskrimi erzählt in seiner vierten Ausgabe von Ungerechtigkeiten, denen sich mancher ohnmächtig ausgeliefert sieht. Das weckt Sehnsucht nach einem Rächer der Entrechteten. Damit kann das Erzgebirge freilich dienen, soll hier doch einst Karl Stülpner in Robin-Hood-Manier den Reichen genommen und den Armen gegeben haben. „Man braucht wieder einen wie den Stülpner“, sinniert der von Kai Schumann gespielte Imker, der seine Bienen dem hemmungslosen Gifteinsatz des Großbauern ausgesetzt sieht.

Die Legende ist in der Region präsent und über Sachsen hinaus aus der DDR-Fernsehserie mit Manfred Krug als Wildschütz Stülpner bekannt. Im Krimi „Der letzte Bissen“ (Samstag, 20.15 Uhr, ZDF) erwacht sie rasch zu neuem Leben, als der Richter aus dem Dickicht per historischem Vorderladergewehr vom Hochsitz geschossen wird. Der Schütze legt ihm nach Jäger-Art wie erlegtem Wild einen Nadelzweig in den Mund – ein Brauch, dem die Folge den Titel verdankt. Später wird ein Unbekannter wie der Volksheld nachts Geld unter die Bevölkerung bringen.

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Der ZDF-Samstagskrimi aus dem Erzgebirge hat bisher zuverlässig für gute Einschaltquoten gesorgt. Und auch dieses Mal hat er alle Zutaten für einen kurzweiligen Heimatkrimi. Nicht nur die schroffen Felsen der Greifensteine samt Naturbühne sorgen für idyllische Bilder, wo natürlich gerade für ein Theaterstück über Stülpner geprobt wird. Die Legende bringt auch genügend Heimatkolorit vor die Kamera, so dass dieses Mal auf erzgebirgisches Kunsthandwerk und traditionelles Bergmannshabit verzichtet werden kann.

Wohldosiert wird die Geschichte mit etwas sächsischer Mundart und den ein oder anderen menschlichen Schattenseiten – auch bei denen, die zunächst als die Guten daherkommen. Dabei müssen sich die Ermittler Robert Winkler (Kai Scheve) und Karina Szabo (Lara Mandoki) damit plagen, dass Ermittlungsergebnisse an die Öffentlichkeit gelangen.

Die blonde Försterin (Teresa Weißbach) schwingt sich einmal mehr zum Hilfssheriff auf. Während sie in der Liebe glücklos bleibt, gerät sie am Ende selbst ins Visier des Schützen. Dass sie mit ihrem Übereifer mitunter nervt, ist den Drehbuchautoren Leo P. Ard („Ein starkes Team“) und Rainer Jahreis („SOKO Leipzig“) offensichtlich bewusst.

In ihrem Skript bedienen sie freilich manches Klischee. So ist der im vornehmen Gutshaus lebende Großbauer nach der Wiedervereinigung aus dem Westen gekommen, hat die Höfe ringsum aufgekauft und schert sich weder um Umwelt, noch um die Mitarbeiter. Sein „Grüß Gott!“ lässt ihn gleich als Fremdkörper erkennen. Anerkennenswert ist, dass zur besten Sendezeit die oft miserablen Lebensbedingungen von osteuropäischen Arbeitern in Deutschland in Erinnerung gerufen werden. Die Folge war vorigen Sommer gedreht worden, als massenhafte Corona-Ausbrüche in der Fleischindustrie eine Diskussion darüber entfacht hatten.

Krimi-Nachschub aus dem Erzgebirge ist bereits garantiert: Dieses Jahr wurden in der Region schon die nächsten Folgen gedreht. Dann dürfte auch die Vergangenheitsbewältigung von Kommissar Winkler für weiteren Stoff sorgen. Die Ermittlungen zum Unfalltod seiner Freundin waren vor vielen Jahren unter ominösen Umständen eingestellt worden.

Der Verdacht, dass dies nicht mit rechten Dingen geschah, erhält in der aktuellen Folge neues Futter. Und Winkler gibt sich kämpferisch. „Vor den Mächtigen darf man nicht kuschen“, sagt er und stößt mit Försterin Saskia Bergelt und ihrem Vater an: „Auf Stülpner, Karl!“

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