Vox äußert sich zu Robens-Lügengeschichte

Vor knapp zwei Monaten deckte t-online eine Lügengeschichte des TV-Auswanderers Andreas Robens auf. Er hatte seine Gewaltvergangenheit verschleiert und Vox eine Heldengeschichte aufgetischt. Der Sender hat die Angelegenheit nun überprüft.

Aus einer Beziehungstat im Alkoholrausch wurde eine heldenhafte Geschichte vor einem Nachtclub in Hannover: t-online deckte am 19. Mai auf, dass Andreas Robens eine Messerattacke im Fernsehen falsch dargestellt hatte – und sich mit seiner sichtbaren Narbe an der Brust öffentlich zum Opfer stilisierte, während sie eigentlich aus einer Auseinandersetzung mit einer früheren Lebensgefährtin resultierte. Sie hatte der Bodybuilder laut Gericht vielfach schwer verprügelt, bevor sie zustach.

Erzählt hatte der TV-Auswanderer das Lügenmärchen in der Sendung “Vier Fäuste für Mallorca”, die Ende vergangenen Jahres bei Vox ausgestrahlt wurde. “Andreas wäre an der Tür fast gestorben”, hieß es in dem Beitrag aus dem Off und der Kommentator berichtete: “In einer Nacht im Jahr 2009 lässt Andreas einen Mann nicht in den Club, es kommt zu einer Rangelei. Plötzlich zieht der Mann ein Messer und sticht zu.” Problem nur: Das stimmte alles überhaupt nicht – und der Sender übernahm ungeprüft die Schilderungen seines “Goodbye Deutschland”-Protagonisten.

Vox setzt die Zusammenarbeit mit den Robens’ fort

Mit der Recherche konfrontiert, legte Vox die Dreharbeiten mit Andreas und seiner Frau Caro Robens auf Eis. “Wir werden alle vorliegenden Informationen jetzt genau prüfen und dann über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit entscheiden”, gab der Sender der RTL-Gruppe damals bekannt. Jetzt, rund zwei Monate später, ist das Ergebnis dieser Überprüfung da. Vox macht mit den Robens weiter – trotz der nachweislichen TV-Lüge.

“Die Dreharbeiten mit Caro und Andreas Robens werden fortgesetzt”, heißt es in einem Statement des Senders und weiter: “Dass er in Bezug auf die Entstehung seiner Narbe gelogen hat, hat Andreas inzwischen auch öffentlich eingestanden.” Die Begründung des Senders zur nun fortgesetzten Zusammenarbeit: “Wir glauben an die zweite Chance im Leben, lernen aber auch daraus, dass Vertrauen gut, aber Kontrolle besser ist”.

Der Sender gelobt Besserung und wolle zukünftig Geschichten “noch sorgfältiger überprüfen und einordnen”. Die Folgen aus “Vier Fäuste für Mallorca” werden im Vox-Giftschrank bleiben und nie mehr ausgestrahlt oder in der Mediathek zur Verfügung gestellt.

Auch Andreas Robens selbst hat sich zu der Entscheidung des Senders und seiner öffentlichen Lüge geäußert. In seinem auf Instagram veröffentlichten Statement heißt es: “Ich möchte mich bei euch entschuldigen, dass ich bei der Geschichte zu meiner Narbe an der Brust gelogen habe.” Demnach habe er gelogen, weil er “diese dunkle Geschichte vergessen” wollte. Warum der TV-Protagonist sich dann entschieden hatte, überhaupt eine Geschichte zu seiner Narbe aufzutischen und einen Gewaltvorfall zu thematisieren, bleibt unklar. Erst durch die Ausstrahlung am 8. November 2020 auf Vox wurden die Ungereimtheiten in seiner Geschichte durch seine öffentliche Schilderung bekannt.

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Nun geht es für die Robens also weiter im “Goodbye Deutschland”-Kosmos – und der Sender zieht keine Konsequenzen aus der Lüge. Demnächst stehen bereits Dreharbeiten an, bei denen Caro und Andreas Robens wieder für Vox vor der Kamera stehen. Wann diese im TV gezeigt werden, ist noch unklar.

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