Was DJ Bobo besonders bereut – "das nervt mich"

“Sing meinen Song” geht in eine neue Runde. Dieses Mal tauschen die Stars an der Ostsee statt in Südafrika ihre Hits. Im Mittelpunkt der ersten Folge stand Kultmusiker DJ Bobo. Es wurde in atemberaubenden Erinnerungen geschwelgt.

Die diesjährigen “Sing meinen Song”-Kandidaten: Johannes Oerding, Ian Hooper, DJ Bobo, Stefanie Heinzmann, Nura, Joris und Gentleman. (Quelle: TVNOW / Markus Hertrich)

DJ Bobo hatte mit weltbekannten Megastars zu tun, zu einigen davon hat er noch heute Kontakt und es gibt regelmäßige Treffen. Einer ist bereits tot: Michael Jackson. Ihm hätte der heute 53-jährige Schweizer gerne so viel mehr gesagt. 

“Am Ende sind sie auch nur stinknormale Menschen”

Er traf N’Sync und die Backstreet Boys – oder besser: sie trafen ihn. Denn beide Bands traten 1995 und 1996 bei seinen Konzerten im Vorprogramm auf, bevor sie Weltstars wurden. “Jeder kennt diese Songs von denen heute. Das ist die krasseste Geschichte”, fand Johannes Oerding. DJ Bobo berichtete: “Wir haben bis heute Kontakt. Wenn sie in Europa sind, treffen wir uns, gehen essen und so. Wir reden über Familie, Kinder, über ganz normale Dinge. Am Ende sind sie auch nur stinknormale Menschen.”

Schon fiel in der Runde der nächste große Name: “Ich hatte mein allererstes großes Konzert in der Schweiz, da klopfte es an der Garderobentür: ‘Da will dir jemand Hallo sagen’. Dann komme ich raus, steht Tina Turner da und sagt: ‘I love your music.'” Das habe ihn regelrecht umgehauen, erinnerte sich der Musiker. “Ich konnte kaum auf die Bühne gehen, ich habe den ganzen Abend nur an Tina Turner gedacht.” Auch zu ihr pflege er weiterhin Kontakt, war 2013 sogar auf der Hochzeit des in der Schweiz lebenden Megastars.

Und dann war da noch ein für DJ Bobo unvergessliches Erlebnis mit Michael Jackson. 1996 spielte er im Vorprogramm der “History World Tour” des “King of Pop”. Eine absolute Ehre für DJ Bobo. Das erste Konzert der Tour in Prag war das größte in der Geschichte von Michael Jackson. 140.000 Menschen hatten sich vor der Bühne versammelt, DJ Bobo sei extrem aufgeregt gewesen, konnte die Leute aber letztlich mitziehen. Danach stand er plötzlich dem 2009 verstorbenen Jackson gegenüber: “Ich sagte: ‘Hi, how are you doin?’, er hat dasselbe gesagt, das wars. Das war die ganze Kommunikation”, erinnerte sich Bobo. “Ich hätte ihm so gerne mehr gesagt. Ich habe nicht mal Danke gesagt, dass ich Vorgruppe sein durfte. Ich habe gedacht, ich warte einen besseren Moment ab, der kam leider nicht.”

DJ Bobo im Jahr 1996: Der Schweizer Musiker steht seit über 30 Jahren auf der Bühne. (Quelle: IMAGO / teutopress)

Er hätte ihm gern gesagt: “Danke, dass du mich inspiriert hast, als Jugendlicher Musik zu machen, dass du mich hast träumen lassen. Du warst für mich einer der wichtigsten Musiker in meinem jugendlichen Dasein. Ich hätte ihm das gerne gesagt. Das nervt mich. Ich würde gerne zurück.” Ein Wunsch, der sich nicht mehr erfüllen lässt.

Welche Songs wurden getauscht?

Stefanie Heinzmann interpretierte am ersten Abend “Love is all around” von 1995. “Der Song hat mich gekickt, ich kenne ihn seit immer. Das war meine erste Wahl, weil er das beschreibt, was mir so wichtig ist: die Liebe”, sagte sie vorab. Ihr erstes Konzert überhaupt war eines von DJ Bobo, nun hoffte sie sehr, dass er sich über ihren Auftritt freut. Das tat er: “Oh mein Gott, ist das geil. Unglaublich. Ich wusste gar nicht, dass das Lied so gut ist.”

Rapperin Nura wandelte “Freedom” von 1995 um, machte das Lied zu ihrer eigenen Hymne. Sie hat aus dem Eurodancehit einen Rapsong gemacht, ging auch auf aktuelle Themen wie Moria und die Fridays-for-Future-Bewegung ein, insbesondere aber auch auf ihre persönliche Geschichte. “Was für ein Text, ey”, resümierte im Anschluss Heinzmann. Gastgeber Oerding sagte: “Ich hatte durchgängig eine Gänsehaut, ich fand die Zeilen so stark. ‘Freiheit ist, einen deutschen Pass zu haben’ – das ist ganz große Kunst.”

Nura: Die Rapperin präsentiert ihre ganz persönliche Version von “Freedom”. (Quelle: TVNOW / Markus Hertrich)

Nura erklärte an DJ Bobo gewandt: “Du hast den Song vor 20 Jahren gemacht, es ist ein zeitloser Song, denn es ist immer noch das Problem, dass man um Freiheit kämpfen muss.” Nura floh im Alter von drei Jahren mit ihrer Mutter und ihren drei Geschwistern von Saudi-Arabien nach Deutschland. Mit 18 zog sie nach Berlin, zuvor hatte sie in Oberhausen und in Wuppertal gelebt, unter anderem auch in einer Wohneinrichtung für Jugendliche. In der Hauptstadt startete sie dann karrieretechnisch durch.

Joris hat “There’s a Party” von 1995 neu interpretiert. Er machte daraus eine Swingversion. Ian Hooper, Frontmann der Band Mighty Oaks, sang “Life goes on” von 2016. “In diesem Lied nimmst du dich nicht so ernst. Das bist du einfach, du könntest richtig abgehoben sein, aber du hast beide Füße direkt auf dem Boden, du bist im Herzen eine richtig gute Seele und die Message von dem Lied passt einfach auf diese schweren Zeiten: Life goes on, es wird alles wieder”, erklärte er vorab.

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Dann präsentierte Gentleman das Lied “Let the Dream come true”. Zu guter Letzt folgte Gastgeber Johannes Oerding mit einer veränderten Version des Bobo-Songs “Pray”. “Woah, war das geil, was für eine Stimme, Soulbrother. Er hat den Song absolut veredelt und in die heutige Zeit gebracht”, befand DJ Bobo. Als “Song des Abends” zeichnete er aber die “Freedom”-Version von Nura aus. “Du hast dein Freedom gefunden, ich glaube, dass dieser Song mehr für dein Leben war als nur ein Song. Du hast einen Schritt in deinem Leben gemacht, der ist so groß, dass du es noch gar nicht abschätzen kannst”, sagte Bobo zu ihr. Und die 32-Jährige war den Tränen nahe.

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