Wie im neuen "Tatort": Gibt es bereits Chips in Gehirnen?

Im “Tatort” aus Ludwigshafen setzte ein Professor seinen Patienten Chips ein, um Krankheiten zu heilen. Gibt es solche Behandlungsmethoden tatsächlich? Oder ist das – noch – reine Fiktion?

Im neuen Ludwigshafen-“Tatort” mit Ulrike Folkerts alias Lena Odenthal drehte sich alles um die Möglichkeiten der modernen Neurologie. Der von Sebastian Bezzel verkörperte Superarzt Professor Bordauer schreckte dabei auch nicht vor Gesetzesübertretungen zurück, um der Forschung noch mehr Nachdruck zu verleihen. Doch inwieweit bildet der Film die realen Möglichkeiten der Medizin ab? 

“Tatort: Maleficius”: Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) will genauer wissen, was sich hinter den steilen Thesen von Prof. Bordauer (Sebastian Bezzel) verbirgt. (Quelle: SWR/Sabine Hackenberg)

Die Frage ist eigentlich leicht zu beantworten: Ja, die moderne Medizin ist bereits in der Lage, Implantate in die Gehirne einzusetzen, um bestimmte Leiden zu verbessern beziehungsweise bestimmte Symptome sogar komplett zu beseitigen. Die Neurologie forscht tatsächlich bereits seit vielen Jahren und auf hohem Niveau in diese Richtung und misst diesen Entwicklungen in der Zukunft eine sehr hohe Bedeutung zu. In den vergangenen Jahren wurden dabei auch bereits erste bemerkenswerte Erfolge erzielt, die mittlerweile Einzug in die herkömmliche Therapie bestimmter Krankheiten gefunden haben.

Diese Krankheiten sind bereits behandelbar

So existieren sogenannte Gehirnschrittmacher, die die Symptome von Alzheimer-, Parkinson-, Epilepsie- oder auch Tourettepatienten deutlich abmildern können. Mit Hilfe dieser Implantate im Gehirn können Patienten deutlich an Lebensqualität hinzugewinnen. Teilweise – beispielsweise bei Menschen mit Tourette – gelang es Ärzten bereits, damit ein komplettes Verschwinden der ansonsten extremen Symptome zu erreichen.

Auch für Gelähmte sind ähnliche Chipimplantate bereits in fortgeschrittenen Testphasen. Bereits 2012 gelang es zum Beispiel einem New Yorker Ärzteteam, eine 58-jährige Frau dreidimensionale Bewegungen von Roboterarmen dank eines Implantats in ihrem Gehirn steuern zu lassen. Aufgrund eines Schlaganfalls konnte sie eigentlich vom Kopf abwärts ihren Körper nicht mehr bewegen. Bilder machten damals die Runde, wie sie eine Flasche zum Mund führte und mit einem Strohhalm daraus trank. Was zunächst ungewöhnlich anmutet, ist für viele Patienten reale Hoffnung.

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Somit ist im “Tatort: Maleficius” zwar einiges ein wenig überzogen und bisweilen auch unrealistisch dargestellt, eine komplette Erfindung sind die im Krimi thematisierten neurologischen Chips und Implantate für das menschliche Gehirn aber nicht.

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