Wunsch-"Tatort": Lohnt sich das Einschalten heute Abend?

Seit mehreren Wochen dürfen die Zuschauer entscheiden, welcher “Tatort” am Sonntag gezeigt werden soll. Dieses Mal fiel die Wahl auf einen Fall aus Weimar von 2018. Doch lohnt der sich?

Die Folge wurde 2017 in Weimar gedreht und im Februar 2018 in der ARD ausgestrahlt. Damals lockte die Krimireihe fast zehn Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Der Fall aus Thüringen bescherte dem Ersten einen Marktanteil von 26,2 Prozent.

Zweieinhalb Jahre später wird “Der kalte Fritte” erneut im TV laufen. So haben es die Zuschauer entschieden. Doch worum geht es nochmal in dem alten Fall und lohnt sich das Einschalten überhaupt?

Darum geht es in “Der kleine Fritte”

Bei einem Einbruch in seine Weimarer Villa wird der Milliardär Alonzo Sassen ermordet. Seine junge Frau Lollo (Ruby O. Fee) erschießt den Täter – offenbar in Notwehr. Die Kommissare Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) observieren Lollo, die danach im Bordell “Chez Chériechen” Arbeit sucht, das von Fritjof “Fritte” Schröder (Andreas Döhler) geführt wird.

Lollo Sassen (gespielt von Ruby O. Fee) unterhält sich im “Chez Chériechen” mit Fritte (Andreas Döhler). (Quelle: MDR/Wiedemann & Berg/Anke Neugebauer)

Dessen Bruder Martin (Sascha Alexander Gersak) betreibt mit seiner Frau Cleo (Elisabeth Baulitz) in der Nähe Weimars einen Steinbruch, der am Rande der Insolvenz steht. Als besondere geologische Formation ist dies einer der zwei potenziellen Standorte für das geplante “Goethe-Geomuseum”. Diese Nutzung wäre die finanzielle Rettung der Schröders. Doch Sassen hatte angekündigt, der Stadt ein Grundstück in Weimars bester Lage, am Frauenplan, zu schenken, um das Museum dort errichten zu können. War das sein Todesurteil?

Ihre Ermittlungen führen Dorn und Lessing in die Bauhaus-Universität. Der Architektur-Professor Ilja Bock (Niels Bormann) ist Vorsitzender der Jury, die über den Standort des Museums-Neubaus entscheidet. Er hat eine Affäre mit seiner Jugendliebe Cleo, die damit ins Fadenkreuz der Kommissare gerät. Als sich herausstellt, dass Fritte Schröder bei dem Grundstücksroulette mit am Tisch sitzt, und die Hassbeziehung zu seinem Bruder Martin offenbart wird, steuert der Fall auf ein explosives Finale zu.

Lohnt sich das Einschalten?

Für echte Krimi-Fans lohnt sich das Einschalten jedoch nicht. Auf der einen Seite kommt das eigenwillige Ermittler-Duo bei seinem sechsten Fall ein wenig ausgelutscht daher. Es passiert nicht mehr viel Neues. Waren die stetigen Seitenhiebe von Dorn auf den Vater ihres Kindes, Lebenspartner und Kollegen Lessing anfangs noch witzig und frisch, wirken sie mittlerweile oft nur noch gewollt und als Mittel zum Zweck eingestreut.

Auf der anderen Seite ist der Krimi aber auch überraschend kurzweilig und ohne echte Längen. Der erneut undurchsichtige, verworrene und teils krude Plot verliert sich allerdings zu oft in Dialogen und lässt in manchen Szenen einen verwirrten Zuschauer zurück: Wer hat jetzt gleich nochmal mit wem und warum? Ein echtes Highlight hingegen – neben der an der Stange tanzenden Tschirner – ist allerdings das Finale. Mit Action, Drama und unerwarteten Wendungen.

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Die Wunsch-“Tatort”-Wiederholungen laufen im Rahmen der Sommerpause noch bis 30. August immer sonntags. Abgestimmt werden kann ausschließlich online. Die erste neue Erstausstrahlung steht für den 6. September an.

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