"Zum Glück zurück": Lebensplan statt Familienidylle

Berlin (dpa) – Die Sandmeiers sind eine stinknormale Familie: Mutter Anne (Diana Amft) ist Lehrerin und reibt sich zwischen Familie, Arbeit und ihrem Kontrollwahn gründlich auf. Ihr Mann Nils (Maximilian Grill) gibt sich da deutlich entspannter, auch die beiden Kinder Mascha (Luisa Römer) und Lenny (Fabian Ziems).

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Doch irgendwie scheint ihnen neben aller Zufriedenheit das Glück abhanden gekommen zu sein, das schon allein aus einem Wochenende in Paris bestehen könnte. Diese Reise wird ständig verschoben, und dann kommt Anne auch noch hinter ein Geheimnis von Nils, wobei sie allerdings zunächst einmal völlig falsch liegt. Wohin das führt, zeigt die Komödie “Zum Glück zurück” am Gründonnerstag um 20.15 Uhr im ZDF.

Annes Eltern Luise (Michaela May) und Kurt (Michael Brandner) beschließen derweil plötzlich, dass sie noch mal so “leben wollen wie früher”. Also kaufen sie sich einen orangefarbenen VW Bully, Hippie-Klamotten und Haschisch im Park, führen tiefgründige Diskussionen am Lagerfeuer mit wildfremden Personen und haben erkennbar keine Lust, sich um ihre Enkel zu kümmern.

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Regisseur Dirk Regel (53, “Winnetous Weiber”) und Autor Marc Terjung (55, “Josephine Klick”) haben eine unterhaltsame Komödie gedreht. Anfangs beginnt alles eher verhalten und mühselig, bis die diversen Geschichten etwas an Fahrt aufnehmen. Dabei wird so manches Klischee bedient (erst kommt der Hund, dann ein Kind), andererseits aber manch kluge Frage aufgeworfen: Ist Besitz stets auch Ballast? Und wie schaut es mit freier Liebe und offener Beziehung aus?

Die Schauspieler agieren unterschiedlich gut in ihren Rollen: May und Brandner als lebenslustige Großeltern sind klasse. Völlig zu recht fragt die Oma (die einen Joint in ihr Fotoalbum geklebt hat) im Garten, warum eigentlich heutzutage ein Kinder- auch ein Elterngeburtstag sein müsse. Früher habe es da Kartoffelsalat mit Würstchen gegeben, heute ein opulentes Buffet. Und warum wird im Blumenbeet Fußball gespielt?

Amft gibt mal wieder eine sehr unentspannte, spießige und gar übergriffige Frau, die mal Klassenbeste war und das im Grunde immer noch sein will. Grill wirkt als fast schon cooler Papa, der alles im Griff hat, wenig glaubhaft. Die Kinder spielen übrigens ihre Film-Eltern mühelos an die Wand.

Neben den persönlichen Befindlichkeiten der Protagonisten werden dann auch noch Themen abgehandelt wie Naturschutz, Klimawandel, Artensterben, Feminismus und Selbstverwirklichung. Was wir aus dem Ganzen wohl lernen sollen: Keinen Lebensplan entwerfen, sondern leben. Kein pseudointellektuelles Gequatsche, keine Fassaden des Immer-Funktionieren-Müssens – und nicht leben, um anderen zu gefallen. Eine entscheidende Frage bleibt allerdings unbeantwortet: Was eigentlich ist Glück?

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